Rückblick 2014

Siegreiches OFC-Jahr geht zu Ende

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Ein OFC-Erfolgsgarant: Torjäger Christian Cappek

Offenbach – Verlieren? Was ist das? Die Offenbacher Kickers jedenfalls haben es sich abgewöhnt, Spiele zu verlieren. Eine einzige Niederlage musste der OFC bislang in 20 Spielen der Regionalliga Südwest hinnehmen und die gab es am ersten Spieltag. Von Peppi Schmitt

Das 0:3 beim FK Pirmasens vom 2.August ist längst vergessen, auch wenn es der Weckruf des Jahres war. Danach wurde immer gepunktet, fünfzehn Siege und vier Unentschieden folgten. Kurios dabei: Nur gegen den abstiegsgefährdeten Neuling aus Pirmasens gab es keinen Sieg, noch nicht einmal ein einziges Tor. Das Rückspiel auf dem Bieberer Berg endete 0:0. Doch dies ist nur eine Randnotiz. Denn die Offenbacher haben ganz andere Schlagzeilen geschrieben, durchweg positive. Sie sind auf dem besten Weg zurück in die Dritte Liga. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf den Tabellendritten SV Elversberg, sechs auf den Zweiten 1.FC Saarbrücken. Die beiden ersten Teams der Tabelle sind qualifiziert für die Aufstiegsspiele. Es ist zwar eine große sportliche Ungerechtigkeit, dass nicht einmal der Meister direkt aufsteigt, doch für die Kickers muss es halt ein ganz großer Ansporn sein. Kann die Mannschaft sich auf dem hohen Niveau der letzten Monate stabilisieren, braucht ihr vor den Begegnungen mit den Vertretern aus dem Norden (Aktuell Hamburger SV II), Nordosten (FSV Zwickau), West (Rot-Weiß-Essen (Alemannia Aachen) oder Bayern (Würzburger Kickers) nicht bange zu sein.

Zuschauer-Zuspruch ist einmalig

Die Offenbacher sind nicht nur sportlich das Maß aller Dinge in der Liga, auch der Zuschauer-Zuspruch ist einmalig. Etwas mehr als 6000 Fans sind pro Spiel auf Biebers Höhen gepilgert, für die vierte Liga ein sensationeller Wert. Zum Vergleich: Der 1.FC Saarbrücken als Zweiter dieser Rangliste bringt es auf 4800 pro Spiel, der SV Waldhof Mannheim auf 2700. Auf ihre Anhänger können sich die Kickers also verlassen. Und umgekehrt haben die in den vergangenen Jahren so oft enttäuschten Fans ihre Mannschaft wieder richtig lieb. Die Kickers bieten attraktiven Fußball und leidenschaftlichen Kampf. Und das bezieht sich nicht nur auf die Meisterschaft, sondern auch auf den Pokal. Zwei Spitzenmannschaften aus der Zweiten Liga haben die Offenbacher in ihrem Stadion aus dem DFB-Pokal geworfen, zunächst den FC Ingolstadt mit 4:2 nach Verlängerung und Elfmeterschießen, dann den Karlsruher SC mit 1:0. Zur Belohnung darf sich ganz Offenbach nun auf das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach freuen. Natürlich wird das Stadion am Bieberer Berg ausverkauft sein.

Trainer hat sich durchgesetzt

Es geht also steil aufwärts mit den Kickers, und dies ist nicht zuletzt ein Verdienst von Trainer Rico Schmitt. Der hatte es nicht immer einfach in Offenbach, aber mit seiner ganz eigenen Art hat er sich durchgesetzt. Längst lieben ihn die Fans, längst ist er unumstritten. Und so hoffen alle, dass Schmitt bald seinen am Ende der Saison auslaufenden Vertrag verlängern wird. Das wäre dann nicht nur für ihn die Krönung des Jahres.

So rosarot es im sportlichen Bereich auch aussieht, ganz ohne Querelen kann der OFC nicht. Noch immer ist das Verhältnis zwischen der GmBH., die die Insolvenz hinter sich gebracht hat, und dem Verein, der noch unter massiven wirtschaftlichen Problemen leidet, angespannt. Noch immer gibt es mit Alfred Kaminski einen „Sportkoordinator“, der eigentlich mal als Manager vorgesehen war, aber eben nicht von allen gewollt wird. Und so arbeitet Kaminski vor allem für die Jugendabteilung des Vereins. Kann der OFC mit Präsident Claus-Arwed Lauprecht auf der einen und GmbH-Geschäftsführer David Fischer auf der anderen Seite dieses Verhältnis dauerhaft befrieden, steht einer besseren Zukunft wirklich nichts mehr im Wege.

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