Zwölfjährige tritt in Hongkong an

Lilith Schultheis springt zur Weltmeisterschaft

+
Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination: Lilith Schultheis qualifizierte sich beim Bundesfinale in Frankenthal für die Weltmeisterschaft in Hongkong.

Hanau - Rope Skipperin Lilith Schultheis  von der TG Hanau  hat sich durch ihre persönliche Bestleistung beim Bundesfinale  für die Weltmeisterschaft  in Hongkong qualifiziert. Die Reise dorthin muss sie aber aus eigener Tasche zahlen. Von Dirk Beutel 

Seilhüpfen hören sie überhaupt nicht gerne. Wenn überhaupt, dann Seilspringen. Rope Skipping  ist zwar noch eine Randsportart, doch international holen die deutschen Sportler auf. Kein Wunder, wenn man auf derart talentierten Nachwuchs wie Lilith Schultheis zurückgreifen kann. Die Zwölfjährige hat beim Bundesfinale in Frankenthal ihre persönliche Bestleistung geschafft und landete in der Altersklasse der Zwölf- bis 14-Jährigen auf dem fünften Platz. Damit hat die Skipperin das Ticket für die Weltmeisterschaft in Hongkong Ende Juli gezogen. Schon nach den Speeddisziplinen führte Schultheis mit weitem Vorsprung das Teilnehmerfeld an. Mit 180 Seildurchschlägen in 30 Sekunden und 854 in drei Minuten, setzte sie die Tageshöchstwerte. „Sie konnte ihre Leistung auf den Punkt genau abrufen“, sagt Trainerin Anja Seibel. Zudem überzeugte die Zwölfjährige in der Freestylerunde – sowohl durch hohen Schwierigkeitswert als auch durch Kreativität.

Hongkong-Reise wird aus eigener Tasche bezahlt

Lesen Sie außerdem:

Reinheimer Seilspringerin überzeugt als beste deutsche Juniorin 

Weltmeisterschaft von Armwrestling: Hanauer Frauen holen mehrere Titel

Jetzt also Hongkong. Trotz ihres vielversprechenden Talents muss Schultheis die Reise dorthin aus eigener Tasche zahlen. Keine Selbstverständlichkeit. Und schon gar nicht, dass die Familie mitkommt. Doch die internationale Bühne kennt Schultheis. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie sich für die Europameisterschaft in Dänemark qualifiziert und erreichte dort im Mannschaftswettbewerb eine Platzierung unter den Top Ten. Im Einzel schaffte sie einen guten Platz im Mittelfeld. Eine ähnliche Platzierung traut Anja Seibel ihrem Schützling bei der Weltmeisterschaft allemal zu.
Doch bis dahin stehen der Schülerin harte Trainingswochen bevor, wenn sich Schultheis gegen die traditionell starken Nationen wie Amerika, Australien und Belgien durchsetzen will. „Wir haben zwar in den vergangenen vier Jahren international aufgeholt, aber das Leistungsgefälle ist immer noch groß, da in Ländern wie Belgien Rope Skipping in den Schulsport integriert ist“, sagt Anja Seibel.

Jede der drei Disziplinen wird bewertet

Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination: Darauf kommt es beim Rope Skipping, das aus dem traditionellen Turnen kommt, an. Drei Disziplinen werden bewertet: 30 Sekunden und drei Minuten Speed, hier gilt es innerhalb der vorgegebenen Zeit so viele Seildurchschläge wie möglich zu schaffen. Dazu kommt die Königs-Disziplin Freestyle, in der die Skipper innerhalb von 75 Sekunden eine selbst kreierte Choreografie mit möglichst schweren Sprüngen darbieten. Je kreativer und harmonischer zur Musik umso besser.

Neben einem Gesamtsieger wird zudem jede einzelne Disziplin bewertet. Seibel: „Da könnte Lilith durchaus Chancen haben, aber jetzt eine Prognose für den Wettkampf abzugeben ist schwierig.“

Kommentare