Könnte Beigeschmack haben

Die Ringer aus Schaafheim wollen Meister werden

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Auf Kurs Zweite Bundesliga: Nils Böhm (rot) und die Ringer des ASV Schaafheim.

Schaafheim – Die Ringer aus Schaafheim wollen endlich aufsteigen. Dafür muss die Meisterschaft her. Doch ein Triumph des Athletik-Sportvereins könnte einen faden Beigeschmack haben. Von Jens Dörr

Vor rund einem Jahr berichtete der EXTRA TIPP über die Ringer des Athletik-Sportvereins (ASV) Schaafheim und dessen große Chance, in die Zweite Bundesliga aufzusteigen. Damals scheiterten die Schaafheimer durch eine Niederlage im letzten Kampf der Saison dramatisch und wurden vom SC Kleinostheim noch von Platz eins verdrängt. Derzeit ist Schaafheim Zweiter, aber sie müssen aufsteigen und somit führt an der Meisterschaft kein Weg vorbei. Das hat mit einigen Besonderheiten im deutschen Ringen zu tun. Dort sind die Leistungssprünge sowohl zwischen der Ersten und Zweiten Bundesliga als auch zwischen der Zweiten Bundesliga und der Oberliga immens. Wer aufsteigt, muss sich entweder für viel Geld verstärken oder ist meist chancenlos. Zudem steigen die Ausgaben für Auswärtsfahrten und Kampfrichter und kommen trotz der höheren Liga mangels Derbys oft weniger Fans zu den Heimkämpfen. Wegen des hohen finanziellen Aufwands zogen in den vergangenen Jahren ein halbes Dutzend Vereine aus dem Hessischen Ringer-Verband ihre Teams freiwillig aus Liga zwei in die Landesklassen zurück – im Bundesliga-Unterhaus ist aktuell kein hessischer Verein mehr vertreten.

Aufstieg kann gesichert werden

Schaafheim könnte dies ändern, sich Platz eins, die Meisterschaft und das Aufstiegsrecht sichern. Derzeit ist der ASV als Zweiter punktgleich mit Spitzenreiter TSV Gailbach. Den Hinkampf gewann Gailbach vor fast 400 Zuschauern mit 13:12 und liegt wegen des entscheidenden direkten Vergleichs noch vorn. Am 18. Dezember steht um 20.30 Uhr in Schaafheim der Rück- und letzte Saisonkampf an. Dann gibt es je nach Gailbacher Poker einen spektakulären Showdown oder einen Schaafheimer Triumph mit Beigeschmack.

Das hängt mit den Regeln des Verbands zusammen: Wer erstmals Meister der Oberliga wird, hat ein Aufstiegsrecht, kann straffrei aber auch in der bisherigen Klasse bleiben. Wer binnen drei Jahren aber zum zweiten Mal Meister wird, muss aufsteigen oder wird empfindlich bestraft. Gailbach wurde bereits 2013 Oberliga-Meister, damals mit zwei Punkten Vorsprung auf Schaafheim. Die Aschaffenburger, die in dieser Saison zeitweise vier Zähler vor Schaafheim lagen, verloren jüngst ziemlich unerwartet zwei Kämpfe, die sie in Bestbesetzung wohl gewonnen hätten. Dabei fehlten plötzlich drei Leistungsträger, teils kam es zu schwer erklärbarem Übergewicht und verlorenem Kampf schon an der Waage. Anders ist die Lage derzeit bei den Schaafheimern. Trainer Rifat Yildiz, der vor 25 Jahren für das gerade wiedervereinigte Deutschland Weltmeister wurde, betont seit Saisonbeginn: „Wenn wir Erster werden und damit sportlich aufsteigen, werden wir diesen Weg gehen.“

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