Thomas Dröll im Interview

Baskets Trainer über die erfolglose Hinrunde

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Gibt Anweisungen: Thomas Dröll übernahm zu Beginn der neuen Saison den Trainerposten bei den Rhein-Main Baskets. Die Hinrunde verlief für die Basketballerinnen jedoch enttäuschend.

Für die Rhein-Main Baskets lief die Hinrunde in der Damen-Basketball-Bundesliga schlecht und sie hängen im unteren Teil der Tabelle. Im EXTRA TIPP-Interview spricht Trainer Thomas Dröll über Motivation, Rollenverteilung und sein Konzept. Von Fabienne Seibel 

Beschreiben Sie die Hinrunde aus Ihrer Sicht.

Die gezeigten Leistungen haben sich nicht in den Resultaten gespiegelt. Nach der erfolgreichen Vorbereitung und dem gewonnenen Auftaktspiel gegen Rotenburg war ich der Überzeugung, dass wir weiter sind in Bezug auf Aufgaben- sowie Rollenverteilung und Sicherheit in den taktischen Abläufen. Erschwerend kam hinzu, dass die Amerikanerin Simone Deloach aufgrund ihrer Knieverletzung nicht so die Stütze war, die wir uns erhofft haben. Die nötige Integration von Breannah Ranger als Ersatz bei laufender Saison war nicht unbedingt förderlich. Außerdem treten wir bei den Spielen stets mit einem kleinen Kader an.

Woran liegt es, dass Ihre Mannschaft viele Spiele aus der Hand gegeben und knapp verloren habt?

Wenn in den vergangenen Jahren in genau diesen Momenten die US-Amerikanerinnen das Heft in die Hand genommen haben und dieses Jahr verstärkt die deutschen Spielerinnen diese Aufgabe übernehmen sollen, dann dauert dieser Prozess einfach länger. Wir haben diese Partien in meist drei effektiven Spielminuten aus der Hand gegeben. Da müssen wir cleverer und überlegter agieren. Wir haben bereits gezeigt, dass wir das auch können.

Was muss demnach im spielerischen Bereich verbessert werden?

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Aus Trainersicht ist weniger entscheidend, was du spielst, sondern wie du es ausführst. Wenn wir hier zulegen, dann sind wir eine Klasse besser. Ansonsten finden taktische Anpassungen laufend statt. Wir werden im defensiven Bereich variabler und versuchen, das Spiel insgesamt für uns schneller zu machen.

Wie ist die Stimmung nach der misslungenen Hinrunde?

Ich muss den einzelnen Spielerinnen und damit dem gesamten Team ein Kompliment machen. Jeder Leistungssportler will gewinnen und ist wütend und enttäuscht, wenn es nicht klappt. Aber den Kopf oben zu halten, sehr gut zu trainieren und den kritischen Dialog zu suchen, so wie sie es tun, ist bemerkenswert.

Inwiefern muss sich die Mannschaft schon mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen?

Ich bin Realist genug, um das Thema Klassenerhalt zu würdigen. Aber mein Konzept geht weit darüber hinaus. Wir haben die Klasse unter die letzten acht in Deutschland zu kommen, also tue ich alles dafür, das zu ermöglichen. Bundesliga ist immer auch Ergebnisliga – gewinnen geht vor Entwicklung. Aber der Abstand dazwischen kann klein sein.

Bleibt Ihr bisheriges Konzept im neuen Jahr bestehen oder wird etwas geändert?

Änderungen und Anpassungen müssen und sollten immer erfolgen. Die große Richtung bleibt, wir bekommen noch zusätzlich eine weitere US-Spielerin dazu und dann greifen wir mit viel Herz im Jahr 2015 an.

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