Der EXTRA TIPP war zu Gast beim TV Diedenbergen

Ringtennis: Mehr als Fangen und Werfen

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In die Knie für den Erfolg! Sophie Frunzi vom TV Diedenbergen gibt alles.

Einen Ring werfen und ihn fangen. Wer das kann, hat die wichtigsten Voraussetzungen für diesen Sport. Aber um Ringtennis wirklich zu beherrschen, gehört eine Menge mehr. In Hessen gibt´s nur drei Ringtennis-Vereine. Der EXTRA TIPP schaute bei einem, dem TV Diedenbergen, vorbei. Von Oliver Haas.

Region Rhein-Main – Das Grundprinzip dieser Randsportart ist einfach: Es braucht ein Netz, einen Moosgummi-Ring, Spielfeldbegrenzungen und zwei motivierte und ausdauernde Sportler. Dann wird der Ring abwechselnd übers Netz geworfen. Wer fängt, darf sich nicht mehr nach vorne bewegen und muss den Ring in einer Bewegung Richtung Gegner schleudern. Aus dem Handgelenk werfen ist tabu! Berührt der Ring den Boden oder ist außerhalb der Markierung, gibt´s Punkte für den Gegner. Wer in einer gewissen Zeit (zwei mal sechs Minuten bei Schülern, zwei mal acht Minuten bei Erwachsenen) die meisten Punkte hat, der gewinnt das Spiel.

Ringtennis ist schnell zu erlernen. Es zu beherrschen dauert freilich länger.

Einer der besten seines Fachs ist der 18-jährige Joshua Dömel. Er wurde am letzten Juni-Wochenende in Karben Süddeutscher Meister im Einzel in der Altersklasse 19 bis 29. Seit neun Jahren spielt er für den TV Diedenbergen und damit bei einem der drei hessischen Ringtennisvereine. Auch in Roßdorf (bei Darmstadt) und in Groß-Karben wird die Sportart gespielt. Aber es war nicht der einzige Höhepunkt seiner bisherigen Ringtenniskarriere.

Ein Moosgummi-Ring und ein Netz. Mehr braucht´s nicht, um Ringtennis zu spielen. Joshua Dömel (blaues Trikot) und Martin Böhm vom TV Diedenbergen zeigen, wie es geht.

Ein paar Tage zuvor durfte er sich mit Sophie Frunzi ins Goldene Buch der Stadt Hofheim eintragen. Der Grund: Die beiden hatten 2018 die Deutschen Meisterschaften der Jugend im Mixed gewonnen. „Der Erfolg kam eher unerwartet. Wir gingen mit einem ,Alles-oder-Nichts-Gefühl’ an den Start. Und waren am Ende natürlich froh, dass es so gut geklappt hat“, erinnert sich Joshua.

Der Fachabiturient liebt vor allem die Vielseitigkeit seines Sports. „Das Spiel ist eine Mischung aus allem. Ich muss als Ringtennis-Spieler schnell sein, geschickt reagieren und eine gute Ausdauer haben. Es kann sehr anstrengend sein“, sagt er und lacht. Bis zu fünf oder sechs Spiele pro Turnier-Tag verlangen eine Top-Kondition. Dabei sei das Allerwichtigste: „Viel Spaß haben!“ Charakteristisch für die Sportart sei auch das nette Miteinander. Das bestätigt auch sein Trainer Steffen Wink. Seit 1984 spielt er begeistert Ringtennis: „Es ist ein fairer Sport. Starke Spieler unterstützen hier die schwächeren. Und das sogar während des Wettkampfes. Selbst Schiedsrichter geben Tipps.“

Im Spiel komme es vor allem darauf an, dass der „Gegner ausgeguckt wird“. Also den Ring so zu werfen, dass dieser sich vergeblich danach streckt. Deshalb ist neben einer guten Beinarbeit vor allem ein gutes Auge wichtig", sagt Wink.

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