Drei Titel in einem Jahr

Langen Basketball-Legende Greunke schafft Triple

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Rainer Greunke mit seinen gewonnenen Goldmedaillen der Senioren WM und EM.

Langen – Rainer Greunke ist mit 1750 Spielen für den TV Langen die Basketball-Legende schlechthin. Nun gelang ihm in nur einem Jahr das, was den Wenigsten in ihrer Karriere gelingt: Das Triple. Von Fabienne Seibel 

Rainer Greunke wird nicht müde, wenn es darum geht, Körbe zu werfen. Schon seit über 40 Jahren ist er dem Basketball treu, doch jetzt gelang ihm der wahrscheinlich größte Erfolg in seiner Karriere: Innerhalb von einem Jahr wurde der 56-Jährige Deutscher Meister, Europameister und Weltmeister im Seniorenbasketball der Altersklasse Ü-55. „Mein vergangenes Basketball-Jahr war wirklich etwas Besonderes. Ich habe viele schöne Erfahrungen gemacht, die neben dem Erfolg aber hauptsächlich mit den Menschen drum herum zu tun haben.“

Neben der WM 1986, der Universiade 1979, einer Militärweltmeisterschaft, jeweils drei Senioren-WMs und EMs will Greunke auch bei der Senioren-WM im kommenden Jahr in den USA wieder mitmischen. „Solange ich noch Lust habe, verletzungsfrei bleibe und noch nicht das Gefühl habe, dass ich mich auf dem Feld blamiere, spiele ich noch weiter“, sagt Greunke.

Bei den Seniorenmeisterschaften steht für den Langener vor allem die soziale Komponente im Vordergrund. „Man trifft Spieler wieder, die man teilweise schon 20, 30 Jahre kennt und wir freuen uns immer sehr, wenn wir uns sehen.“

Bei der WM in Griechenland im vergangenen Jahr und der sogenannten „Maxi-Europameisterschaft“ für Ü35 bis Ü75-Mannschaften Anfang Juli in Tschechien konnten die deutschen Ü55-Herren Greunke zufolge die Titel holen, weil sie so ein eingespieltes Team sind. „Der Kern der Mannschaft spielt schon seit fünf Jahren zusammen. Das Timing bei uns passt und wir kennen uns als Spieler seht gut. Damit haben wir anderen Mannschaften etwas voraus.“

Mit Köpfchen spielen

Trotzdem kommt Greunke gegen jüngere Mannschaften ins Schwitzen: „Ich kann nur noch gegen jüngere spielen, weil ich schon weiß, was mein Gegenspieler macht, bevor er es selbst weiß. Durch meine Erfahrung kann ich Situationen schnell erkennen und entsprechend reagieren“, sagt der 56-Jährige. „Gegen die Schnelligkeit und Athletik muss man in meinem Alter mit Köpfchen spielen.“ Auch seine spielerische Vielfältigkeit kommt Greunke und seiner Mannschaft zugute. „Früher war ich ein kleiner Pimpf. Erst mit 16 schoss ich auf die Körpergröße von 1,96 Meter. Deshalb habe ich die Grundausbildung eines kleinen Spielers, kann als Flügel eingesetzt werden aber auch direkt als Center unter dem Korb“, sagt Greunke.

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Auch in anderen Lebensbereichen half ihm das Körbewerfen: „Es gibt extrem viele Gemeinsamkeiten zwischen Teamsport und Job. Auch auf der Arbeit muss man als Team zusammenrücken, sodass ein gutes Ergebnis dabei heraus kommt. Deshalb habe ich durch den Sport auch an Lebenserfahrung gewonnen.“

Doch wie würde sein Leben ohne den Basketball aussehen? „Wenn ich nicht Basketball spielen würde, dann wahrscheinlich eine andere Mannschaftssportart, wie zum Beispiel Eishockey. Mir fällt es schwer, nur rumzusitzen. Ich muss mich immer bewegen. Aber laufen ohne Ball geht gar nicht.“ Jetzt in der Saison-Pause spielt der Ausnahmeathlet mit Freunden oder Mannschaftskollegen auch mal Fuß- oder Handball. Greunke: „Das ist eine schöne Abwechslung. Und damit kann ich auch verhindern, dass es mir mit dem Basketball auch mal zu viel wird.“

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