Fußball Bundesliga

Eintracht schwer angeschlagen zum Derby in Mainz

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Carlos Zambrano (rechts) wird wegen seiner fünften gelben Karte beim Derby gegen Mainz nur Zuschauer sein.

Frankfurt - Die Verunsicherung bei der Frankfurter Eintracht schreitet weiter voran und scheinbar kann niemand den aktuellen Absturz stoppen. Von Peppi Schmitt

Das ist das Fazit nach einer schlimmen Woche, die mit der 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg begonnen und mit der 4:2-Niederlage in der Europa-League bei Maccabi Tel Aviv eine bittere Fortsetzung gefunden hat. Und die Woche ist ja noch nicht beendet, denn am Sonntag geht es zum richtungsweisenden Derby nach Mainz.

Der Druck auf die Frankfurter ist weiter gestiegen, die jüngsten Leistungen machen wenig Mut für das Spiel beim Nachbarn. Auch wenn dann mit Sebastian Rode und Vaclav Kadlec, wahrscheinlich auch Sebastian Jung und Tranquillo Barnetta, vier Stammspieler ins Team zurückkehren werden. Dafür aber muss die Eintracht auf den nach der fünften gelben Karte gesperrten Carlos Zambrano verzichten. Fraglich ist auch der Einsatz von Stefan Aigner, der sich beim Spiel in Israel verletzt hat. In Europa wurde der erste Matchball für den Einzug in die K.O.-Runde ziemlich leichtfertig vergeben.

Trügerischer Vorsprung

Noch liegt die Eintracht in der Gruppe vorne, doch der Vorsprung ist trügerisch. Ein Punkt muss unbedingt noch her, sonst kann trotz dreier Siege zu Beginn noch das böse Erwachen kommen. Noch gefährlicher ist die Situation in der Liga. Bis zur Winterpause kann es nur noch darum gehen, die Schäden in Grenzen zu halten und nicht noch weiter in den Abstiegssumpf zu rutschen. Trainer Armin Veh, der in Tel Aviv kräftig rotiert hatte, war hinterher „maßlos enttäuscht“ von seiner Mannschaft. Die Leistung sei in der ersten Halbzeit „unterirdisch“ gewesen, schimpfte er, „wenn man sich nicht bewegt, kann man nicht gewinnen“.

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Und es waren nicht nur die seitherigen Reservisten, die versagt hatten, auch Stammspieler wie Bamba Anderson oder Johannes Flum waren völlig von der Rolle. „Wir alle müssen uns hinterfragen“, sagte der wie viele andere enttäuschende Mittelfeldspieler Johannes Flum, „das war eine Katastrophe.“ Die nach den letzten Wochen eigentlich logische und im Grunde auch unvermeidliche Rotation, wurde so zu einem Schuss in den Ofen. Die Eintracht hat bei der vergeblichen Aufholjagd in Tel Aviv, als es zur Pause 3:0 stand, nicht nur Selbstvertrauen verloren. „Wir haben auch noch viel Kraft gelassen“, sagte der Trainer, „aber das war mir in der zweiten Halbzeit lieber als das was wir vorher geboten haben“. Die Mainzer jedenfalls dürften sich zu Hause vor den Fernsehschirmen gefreut haben. Die Eintracht tritt morgen die kurze Reise vom Main an der Rhein in jedem Fall schwer angeschlagen an.

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