Rückblick: Den Meister am Rand einer Niederlage

Wie die Löwen Frankfurt gegen die Pinguins knapp unterlagen

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Trotz einer 2:4-Niederlage im Playoff-Halbfinale gegen den amtierenden Meister aus Bremerhaven feiert das Löwen-Rudel mit seinen Fans eine überragende Saison in der DEL2.

Frankfurt - Es war ein dramatisches Playoff-Halbfinale bis zum Schluss: Im sechsten Spiel der „Best-of-7“-Serie verlieren die Löwen Frankfurt 3:4 gegen Bremerhaben und verpassen knapp den Einzug ins Finale der DEL2-Playoffs. Von Uwe Lange

Am Gründonnerstag starteten die Löwen Frankfurt mit der ersten Begegnung des Playoff-Halbfinals beim amtierenden Meister der DEL2, den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Wieder waren vier Siege in der „Best-of-7“-Serie notwendig, um das Finale zu erreichen. An der Nordsee gab es zunächst eine deutliche 0:4-Pleite (0:0; 0:2; 0:2) für den Aufsteiger aus der Mainmetropole, der nie an die Form der erfolgreichen Viertelfinalserie gegen Ravensburg anknüpfen konnte. Zwei Tage später am Ostersamstag waren dann die Löwen Gastgeber des nächsten Spiels, wollten Revanche für die Niederlage im Auftaktmatch.

Ligen-Leitung überprüft 13 Spielszenen nachträglich

Die knapp 6300 Zuschauer sahen beim 4:1 (1:1; 0:0; 3:0) eine Partie, die an Dramatik, Kampf und Härte kaum zu überbieten war. Früh brachte Löwen-Stürmer Justin Kirsch die Fans in Verzückung, doch das nächste Tor erzielten die Gäste. Das Mitteldrittel blieb torlos, Dramatik pur im letzten: Drei Treffer durch Richard Mueller (2) und Kyle Ostrow waren die Belohnung der effektiveren Bemühungen der Löwen. Als das Spiel schon entschieden war, eskalierten noch die Emotionen: Zwei Match-, vier Spieldauerstrafen bei 213 Strafminuten sorgten gleichmäßig verteilt für dezimierte Reihen. Überhaupt spielten in dieser Serie Strafen und deren Ahndung eine große Rolle. Insgesamt dreizehn Mal musste sich die Ligen-Leitung nachträglich die Spielszenen mit Vergehen auf beiden Seiten zu Gemüte führen, zumal auch die Clubs von ihrem Recht und dem Einreichen von Videos mit fragwürdigen Szenen regen Gebrauch machten, der Sport dabei zu oft in den Hintergrund rückte.

Bestes Löwen-Hockey in Spiel drei

Ihr bestes Hockey boten die Löwen in Spiel drei, als man mit einem überragenden Antti Ore im Tor verdient mit einem 4:2 (0:0; 2:0; 2:2) Erfolg an der Nordsee die Oberhand behielt. „Mann-des Tages“ auf Frankfurter Seite war die Nürnberger Leihgabe David Elsner, der gleich dreifach ins gegnerische Gehäuse traf. Als auch Nick Mazzolini noch ins schon leere Tor der Pinguine schoss, war der Jubel unter den mitgereisten rund 300 Löwen-Fans riesengroß. Doch die Pinguine schlugen nur zwei Tage später am Frankfurter Ratsweg zurück, gewannen in einem hochdramatischen Match 6:4 (1:0; 2:0; 3:4) und schafften den Ausgleich zum 2:2 nach Spielen.

Ex-Frankfurter bringt die Pinguins in die Verlängerung

Bis weit ins letzte Drittel führte der Champion von der Küste vor gut 6100 Besuchern schon scheinbar sicher mit 4:0, doch die Löwen mit Comeback-Qualitäten machten binnen acht Minuten daraus ein 3:4, so dass für kurze Zeit Hoffnung aufkeimte. Spiel fünf zeigte großartige Hessen in Bremerhaven, aber eben auch eine 4:5 (3:2; 0:1; 1:1;0:1) Niederlage nach Verlängerung. Bis vier Sekunden vor dem Ende sahen die Löwen wie der sichere Sieger aus, ehe der Ex-Frankfurter Marian Dejdar für seine Pinguine zur Verlängerung traf. Dort setzte Pawel Dronia mit einem Sonntagsschuss das Ende der Löwen-Hoffnungen. Im sechsten Match des Halbfinals in Frankfurt war der Meister die bessere Mannschaft, qualifizierte sich mit dem 4:3 (1:0; 3:2; 0:1) für das Endspiel gegen Bietigheim. Die über 5000 Besucher konnten nur die Tore durch Marton Vas, Kapitän Patrick Vogl und Marco Pfleger bejubeln, danach ihre Lieblinge für eine grandiose Spielzeit feiern, die alle positiven Prognosen und Erwartungen weit übertraf.

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