Siebenjähriger fährt auf Rennstrecken

Offenbacher Junge ist Pocketbike-Fahrer

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Auf seinem gelben Pocketbike ist der siebenjährige Jannik bei den Rennen schnell unterwegs.

Offenbach – Der Asphalt glüht. Jannik gibt Gas. Er legt sich in die Kurve, wird eins mit seinem Motorrad  und fährt eng an seinem Vordermann vorbei. Von Fabienne Seibel

So oder ähnlich laufen die Wochenenden des Siebenjährigen aus Offenbach ab, denn der Grundschüler hat ein außergewöhnliches Hobby: Seit einem Jahr ist er mit dem Pocketbike auf den Rennstrecken Deutschlands unterwegs. „Mir macht es Spaß, so schnell zu fahren und andere zu überholen“, sagt der Schüler.

„Jannik fährt schon bei uns auf dem Motorrad mit, seitdem seine Beine lang genug sind, um an die Fußrasten zu reichen. Seine Leidenschaft für Motorräder und Schnelligkeit hat er wohl von uns geerbt“, sagt Mutter Carmen Jöst. Obwohl die Offenbacherin auch gerne auf zwei Rädern unterwegs ist, hat sie beim Hobby ihres Sohnes gemischte Gefühle. „Wir sind immer dankbar, wenn er unverletzt und auf seinem Bike sitzend ins Ziel kommt. Bei den Rennen sind wir immer sehr angespannt, denn schon die Kleinen sind mit 60 bis 70 Stundenkilometer unterwegs.“

Trotz Stürzen macht Jannik weiter

Schon mit vier Jahren saß Jannik zum ersten Mal auf dem Mini-Motorrad. Bei einem Sichtungslehrgang des ADAC im vergangenen Jahr fiel er durch seine Schnelligkeit und seinen Mut auf. „Uns wurde gesagt, dass Jannik Potenzial habe und deshalb unterstützen wir sein Hobby“, so die Mama. Mit einem vom ADAC geliehenen Pocketbike fährt Jannik nun beim Pocketbike-Cup für den ADAC Hessen-Thüringen mit und kämpft um die Deutsche Meisterschaft. Obwohl er schon ein paar mal gestürzt ist, bremst das den kleinen Rennfahrer nicht. „Er wird immer mutiger und besser“, sagt Vater Stefan Jöst stolz. Jannik ist seinen Eltern zufolge mit viel Energie und Eifer dabei. „Für sein Alter ist er schon sehr diszipliniert. Er nascht wenig und achtet auf seine Ernährung, vor den Rennen machen die Kinder Frühsport, und er ist fleißig in der Schule.“

Statt Schwimmbad, wird trainiert

Hinter dem Hobby des Siebenjährigen steht ein hoher finanzieller und organisatorischer Aufwand. „Wir nehmen die Dachbox von unserem Auto gar nicht mehr runter. Die ganze Familie ist bei den Rennen mit dabei, meistens müssen wir vor Ort übernachten. Sogar unseren Jahresurlaub haben wir für Janniks Rennen verlegt“, sagt seine Mutter. „Unser größter Wunsch ist, dass sich ein Sponsor für unseren Sohn findet. Wir unterstützen ihn gerne und wollen ihn fördern, doch das Ganze ist eine teure Angelegenheit“, sagt Carmen Jöst. Während andere Schüler die Sommerferien genießen und im Schwimmbad toben, fährt Jannik im August die nächsten drei Rennen und hat ein einwöchiges Trainingslager. Jannik: „Ich will so gut werden wie mein Vorbild Stefan Bradl, der MotoGP-Fahrer. Dann falle ich nicht mehr hin und meine Mama hat keine Angst mehr.“

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