Ein Offenbacher will gegen die Kickers seinen Kasten sauber halten

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Jan Zimmermann hat im Derby auch viele Freunde gegen sich.

Darmstadt – Jan Zimmermann wohnt in Obertshausen, mitten im OFC-Gebiet, wie er sagt. Viele Freunde drücken den Kickers die Daumen – doch  Zimmermann, Torwart des SV Darmstadt 98, hat am Sonntag nur einen Auftrag: Im Drittliga-Derby zwischen dem SVD und Offenbach Tore des OFC zu verhindern. Von Jens Dörr

In meinem Umfeld gibt es fast nur OFC-Fans, ich bin über den Verein bestens informiert“, sagt der 26-jährige Keeper. Bevor er als Sechsjähriger mit dem Kicken begann, waren seine Eltern „komplett unbegeistert vom Fußball“, erzählt er. Beim Spiel im Böllenfalltor-Stadion werden am Sonntag um 14 Uhr aber gewiss nicht nur sie, sondern auch viele andere Bekannte Zimmermanns da sein. Sie werden dazu beitragen, dass das Stadion mit rund 15.000 Menschen ausverkauft sein wird. Mehrheitlich werden die Bekannten zu den Kickers halten. „Einige sind aber hin- und hergerissen“, sagt Zimmermann. Manchem wäre es vielleicht sogar am liebsten, er müsste exakt so häufig hinter sich greifen wie OFC-Schlussmann Robert Wulnikowski.

Ausgeglichene "Lilien"

Für seinen Gegenüber, den er auch persönlich kennt, hat „Lilien“-Torwart Zimmermann großen Respekt übrig: „Er spielt seit drei Jahren konstant auf Top-Niveau“, lobt er. Mit seiner eigenen Leistung ist Zimmermann, der in der Jugend lange bei der Eintracht spielte und dort auch fünf Bundesliga-Einsätze erhielt, in dieser Saison bisher ebenfalls recht zufrieden: „Ich kann noch stärker halten, habe mich aber in der Strafraumbeherrschung in der Dritten Liga schon bewiesen.“ Besonders die ersten Partien in der neuen Klasse – in der Regionalliga hatte sich Zimmermann Anfang des Jahres zur Nummer eins in Darmstadt und nun sogar zum Kapitän gemausert – seien „interessant“ gewesen: „Weil es meine ersten Drittliga-Spiele waren und unsere Viererkette komplett neu war.“

Fußballerisch tritt Zimmermann ähnlich zuverlässig auf wie Wulnikowski. Bei Rückpässen darf der Gegner kaum auf Patzer des 26-Jährigen hoffen. Friedhelm Funkel stellte ihn bei der Eintracht in den Trainings-Spielen stets ins Feld. „Ich war zwar schon immer Torwart, hatte in der Jugend aber oft die Hand gebrochen“, erinnert er sich. Also ging es auch da häufig mitten hinein ins Geschehen.

Was die Rollenverteilung zwischen Darmstadt und Offenbach angeht, redet Jan Zimmermann nicht um den heißen Brei herum: „Der OFC ist ganz klar Favorit. Er hat eine erfahrene Mannschaft, doch auch wir haben unsere Stärken.“ Dazu zähle er den ausgeglichenen Kader der „Lilien“ und die Tatsache, dass die Philosophie der 98er entgegen vieler Drittligisten laute, das Spiel mit viel eigenem Ballbesitz zu bestimmen.

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