Sicher stehen und von einem bisschen mehr träumen

Offenbacher Kickers treten in Worms an

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Christian Cappek will auch in Worms wieder jubeln. Hier freut er sich über sein 2:0 gegen Neckarelz am Mittwoch.

Offenbach - Kickers Offenbach  tritt am heutigen Sonntag in der Regionalliga bei Tabellennachbarn Wormatia Worms  an. Beide waren unter der Woche erfolgreich. Daher: Geht’s für den OFC nach oben oder unten? Von Axel Grysczyk

Ganz Offenbach diskutierte am vergangenen Mittwoch übers Licht. War es doch im Sparda-Bank-Hessen-Stadion  ausgefallen und war drauf und dran sich zum Auslöser eines Spielabbruch zu mausern. Doch dann – oh Wunder – wurde es Licht und der OFC gewann auch noch 2:0. Mit der Posse schwang auch ein bisschen OFC-Gesamtsituation mit: In letzter Sekunde geht es irgendwie weiter und die Fans finden’s toll und feiern sich. Doch nach der peinlichen Auftaktschlappe am vergangenen Wochenende mit 0:3 in Pirmasens, kam immer mehr die Frage auf, wo die Kickers hinwollen. Wie lange ist Regionalliga dem treuen Publikum zu verkaufen? Wie lange hält sich der Trainer? Wie lange lässt es sich rechtfertigen, zumindest nicht überragenden Spielern langfristige Verträge zu geben?

War Pirmasens-Pleite doch nur ein Ausrutscher?

Die Antwort könnte das Team von Trainer Rico Schmitt  am heutigen Sonntag in Worms auf dem Platz geben. Denn wenn der OFC gewinnt, wird jeder von einem Ausrutscher in Pirmasens sprechen. Dann ist er da, der Traum, den der Verein und die Stadt brauchen: Dass es zumindestens vorstellbar ist, dass der Club in die Dritte Liga aufsteigt. Worms hatte den Sieg in Trier nicht etwa dem Licht, sondern eher der Trickkiste ihres Trainers Sascha Eller  zu verdanken: Nachdem Trier die Führung ausgleichen konnte und immer stärker wurde, unterbrach der Wormatia-Coach eine halbe Stunde vor Spielende das Spiel im Minutentakt, indem er dreimal hintereinander einwechselte. Der mutige Schritt zeigte Wirkung.

Abwehr muss robust und sicher stehen

Als der eingewechselte Rik Hiemeleers sich über rechts durchsetzte, köpfte der ebenfalls eingewechselte Ali Özgün  die Wormatia erneut in Front (72.). Worms siegte nach 28 Jahren erstmals wieder in Trier und zwar mit 2:1 Der doppelte Joker hatte gestochen. Mit diesem Spiel wurde auch offenbar, welche Probleme die Wormser derzeit haben: Ein völlig neu zusammen gestellte Truppe muss sich erst finden. Wenn die Kickers heute in Worms antreten, müssen sie vor allem das beherzigen, was sie am Mittwoch gegen Neckarelz beherrschten und beim Auftakt in Pirmasens so vergeigten: Die Konzentration in der Abwehr. Robust und sicher stehen, wenig Chancen zulassen und vor allem die Fehlerquote auf ein Minimum reduzieren. Denn mit einem Sieg würde er wieder ein Stück mehr Realität werden: Der Traum vom Aufstieg und großem Fußball auf dem Bieberer Berg. Am Wochenende darauf findet die erste Runde des DFB-Pokals statt. Der OFC tritt am Montagabend, 18. August, gegen den FC Ingolstadt an.

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