Oberliga-Aufsteiger peilen German Football League an

Der große Wurf soll her

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Ungeschlagen sind die Bad Homburg Sentinels in die Oberliga aufgestiegen. Die soll allerdings auch nur eine Durchgangsstation sein.

Region Rhein-Main - Zwei Aufsteiger, zwei unterschiedliche Konzepte, viel Selbstbewusstsein: Seit zwei Jahren erst existieren die Footballer der Bad Homburg Sentinels und der Rhein-Main Rockets aus Offenbach, die beide gleich von Anfang an in der Oberliga oben mitmischen wollen. Von Dirk Beutel

Mit dem gemeinsamen Aufstieg der Bad Homburg Sentinels und der Rhein-Main Rockets aus Offenbach kann die kommende Oberliga-Saison zu einem Derby-Feuerwerk werden. Dort treffen die Neulinge unter anderem auf die Hanau Hornets und die Rodgau Pioneers. „Das verspricht in der Tat spannende Spiele und lockt hoffentlich viele Zuschauer an“, sagt Maximilian Schwarz, zweiter Vorsitzender der Sentinels. Wer aber glaubt, dass das erst 2015 gegründete Team am Ende seiner Ansprüche angelangt ist, hat sich getäuscht. Als ungeschlagener Meister der Landesliga und mit einem Zuschauerschnitt von etwa 1000 Besuchern pro Heimspiel, ist das langfristige Ziel die German Football League (GFL), wo zurzeit aus dem Rhein-Main-Gebiet nur Frankfurt Universe vertreten ist und um den Meistertitel kämpft.

„Sportlich ist dieses Ziel machbar. Um aber dorthin zu kommen, müssen wir auch als Verein weiter wachsen“, sagt Schwarz. Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr. Die Bad Homburger haben es geschafft, eine gute Mischung aus hungrigen Talenten und erfahrenen Spielern herzustellen. So wurden etwa Wide Receiver Timo Jensen oder Nico Huth aus der Defense Line bereits in den Reihen der Universe eingesetzt. Dazu kommt das Glück, dass der Nachwuchs einschlägt, wie etwa der Runningback Leonidas Udasco: „Es ist einer von Tausend. Ein riesiges Talent“, sagt Schwarz: „Wir hatten bislang mit allem auch ein Stück weit Glück. Dennoch soll unser Weg nach oben noch lange nicht beendet sein.“ Damit das funktioniert, basteln er und Timothy Miscovich, Vereinsvorsitzender, Quarterback, Spielertrainer und ebenfalls ein Ex-Universe, daran die Strukturen des Vereins langsam zu professionalisieren. Schwarz: „Wir wollten von Anfang an, nicht als irgendein Dorfclub rüberkommen.“

Neben dem sportlichen Ehrgeiz steht der weite Wurf in die Erstklassigkeit offenbar auch finanziell auf soliden Beinen. „Wir haben eine breite Sponsorenbasis und konnten Rücklagen bilden. Wir stehen wirtschaftlich gesehen gut da“, sagt Schwarz. Und doch: Trotz allen hervorragenden Vorzeichen, bleibt Schwarz vorsichtig: „Wir kennen die Vereine in der Oberliga und wissen, dass es nicht leicht werden wird. Theoretisch traue ich uns aber den Aufstieg zu.“

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Ähnlich ambitioniert gehen die Rhein-Main Rockets aus Offenbach in die Oberliga-Saison. Der sportliche Leiter, Holger Gräcmann, ist mit der bisherigen Entwicklung sehr zufrieden. „Wir haben im Vorstand nie den Aufstieg als Ziel vorgegeben. Aber wir haben unsere Hausaufgaben anscheinend gut gemacht und in unserem zweiten Jahr den Sprung in die Oberliga geschafft. So soll es weiter gehen.“ Das Geheimnis ihres Erfolgs? „Unser Ziel ist es, die Mannschaft zu mindestens 80 Prozent aus Offenbachern zu rekrutieren“, sagt Gräcmann. Bis jetzt ist das den Verantwortlichen gelungen, die sich dadurch eine eingeschworene Gemeinschaft versprechen, die sportlich aber auch privat zusammenwachsen und nun auch in der Oberliga für Furore sorgen soll. Das Konzept ist bislang aufgegangen. Bis zu 30 Quereinsteiger zählen die Rockets pro Jahr etwa, dazu werden parallel Talente gescoutet. Es gibt aber auch Abwerbungsversuche größerer Clubs. In Offenbach nimmt das jedoch gelassen als eine Bestätigung der erfolgreichen Arbeit, die nun eine Klasse höher weitergeführt werden soll. Gräcmann: „Wir kennen aber die Mannschaften und wissen: Jeder ist schlagbar. Ich denke, wir werden um den dritten Platz mitspielen können.“

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