Oben geblieben und am schnellsten geflogen

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Nach dem Weltmeister-Flug landet Susanne Schödel sicher und feierte den Titelgewinn mit einer großen Deutschland-Fahne.

Region Rhein-Main – Normalerweise zieht Segelfliegerin Susanne Schödel ihre Runden von Langenselbold aus am Taunus oder Spessart entlang. Jetzt ist die Frankfurterin in Schweden zum zweiten Mal Weltmeisterin geworden. Von Norman Körtge

„Ich bin mit dem Wunsch nach Arboga gereist, die Frauen-Weltmeisterschaft zum zweiten Mal zu holen und habe mich bestmöglich, vor allem auch mental, auf den Wettbewerb vorbereitet“, erzählt Susanne Schödel, der einerseits die idyllische Landschaft am Boden gefiel, die aber großen Respekt vor den ausgedehnten Wäldern und großen Seen hatte, die im Notfall nur wenige Landemöglichkeiten boten.

Dazu kam das wechselhafte Wetter mit nicht verlässlicher Thermik, sehr starkem Wind und überraschenden Regenschauern. Aber die 39-Jährige kam damit letztlich am besten zurecht. „Das lange Warten auf den Start zermürbte, und wir wurden sogar bei Regen hochgeschleppt und mussten fliegen. Das ist außergewöhnlich. Da musste man schon cool bleiben und extrem kämpfen, um oben zu bleiben.“

„Oben bleiben“ – mit diesem Motto war Schödel angesichts der erwarteten Bedingungen nach Schweden gereist. Bei den mehrtägigen Weltmeisterschaften müssen die Pilotinnen jeweils eine vorgegebene Strecke möglichst schnell abfliegen.

Weltmeisterlicher Flug über die Steppe

Am vierten Wertungstag fiel schließlich die Entscheidung. Die Französin Anne Ducarouge lag in Führung, Susanne Schödel auf Platz zwei. Der Deutschen gelang mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 94 Stundenkilometern der Tagessieg – und die Französin musste außenlanden. Dies bedeutet, dass sie es nicht zum Startpunkt zurück schaffte.

„Ich war an diesem Tag sieben Stundenkilometer schneller als die anderen“, erklärt Schödel das Geschehen, „aber es war eine echte Herausforderung. Anne Ducarouge hat 440 Punkte auf mich verloren und fiel auf den sechsten Rang zurück. Dass sie am Ende noch Zweite wurde, zeigt, welch hervorragende Pilotin sie ist.“

Ihren ersten Weltmeistertitel hatte Susanne Schödel, die das Segelfliegen neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin des Vereins „Susan G. Komen – Verein für die Heilung von Brustkrebs“ in Frankfurt betreibt, lediglich mit einem Vorsprung von vier Punkten gewonnen.

Dass die Frankfurterin ihre Konkurrentinnen diesmal mit 271 Punkten auf Distanz halten konnte, zeigt ihre Dominanz in dem Wettbewerb. Schödel hat sich mit diesem Sieg einen Startplatz bei der offenen Weltmeisterschaft im Sommer 2012 in Uvalde/Texas gesichert, wo im Feld der Männer nur sehr wenige Frauen berücksichtigt werden.

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