„Es ist noch etwas Luft nach oben“

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Jan Felix Knobel beim Kugelstoßen.

Friedrichsdorf – Auf der Facebook-Seite von Jan Felix Knobel herrscht Hochbetrieb. Alle wollen sie dem Friedrichsdorfer zu seinem großen Coup gratulieren. Beim Wettkampf in Ratingen sicherte sich der 23-jährige Zehnkämpfer der LG Eintracht Frankfurt mit 8228 Punkten das Ticket für die Sommerspiele in London.

Herr Knobel, immer noch im Freudentaumel nach dem Triumph von Ratingen?

Natürlich war die Freude groß. Ich habe hart für diesen Tag trainiert. Dazu kamen noch der besondere Zeitplan in Ratingen und der Druck, dass es an diesen beiden Tagen klappen muss. Jetzt ist aber schon wieder etwas Ruhe eingekehrt.

Das Meeting startete an beiden Wettkampftagen erst um 17 Uhr. Wie schwer war es, die Konzentration über den Tag hinweg hochzuhalten?

Es war schon ungewöhnlich und ziemlich schlauchend. Normalerweise wachst du morgens auf und gehst am zweiten Tag gleich mit einem Muskelkater an den Start. Diesmal mussten wir bis abends warten und der Muskelkater hat immer mehr zugenommen.

Dennoch lief es gerade am Anfang richtig gut für Sie. Zwischenzeitlich schienen sogar 8400 Punkte möglich. Kann man da von einem perfekten ersten Tag sprechen?

Es war fast perfekt. Ich habe neue persönliche Bestleistungen über die 100 Meter und 400 Meter aufgestellt. Gerade in den Laufdisziplinen hatte ich vorher noch kleinere Probleme. Auch Weitsprung und Kugelstoßen waren sehr ordentlich. Reserven sind aber immer drin.

Am zweiten Tag folgte über die 100 Meter Hürden die nächste Bestmarke. Dennoch mussten Sie bis zum Schluss um die Norm von 8200 Punkten zittern. Woran lag das?

Durch den Zeitplan ist man gerade in den Abendstunden sehr platt. Außerdem waren die Bedingungen über die abschließenden 1500 Meter ziemlich unangenehm. Dennoch wollte ich Bestzeit laufen, hatte aber nicht mehr viel zuzusetzen.

Jan Felix Knobel wird auch im neuen Zehnkampf-Team-Kalender 2013 zu sehen sein. Mehr Infos: http://tiny.cc/ zkt-kalender.

Enttäuscht, dass Sie Ihren persönlichen Rekord von 8288 Punkten verfehlt haben?

Nein, das ärgert mich nicht. Der Patzer im Diskuswurf hat mich sicher 100 Punkte gekostet. Aber daran sehe ich ja auch, dass noch etwas Luft nach oben ist. Die Laufleistungen haben gestimmt, darauf kann ich aufbauen.

Wie sehen die Planungen bis zu den Sommerspielen aus?

Bei der Europameisterschaft gehe ich nicht an den Start, absolviere dafür ein Trainingslager in Berlin. Ich muss versuchen, die letzten Leistungen zu konservieren. Mitten in der Saison noch etwas umzustellen, ist sowieso sehr schwer.

Was ist dann in London möglich?

Es ist für mich eine ganz neue Erfahrung und ein Traum, der sich erfüllt. Das heißt aber nicht, dass ich als Tourist zu den Olympischen Spielen fahre. Wenn ich am Ende im Bereich von 8300 Punkten lande, kann ich sehr zufrieden sein. Damit ist vielleicht eine Platzierung unter den Top 10 möglich.

Wie steht es um Ihre Rivalität zum Frankfurter Vereinskollegen Pascal Behrenbruch?

Pascal steht sicher mehr unter Druck als ich. Er ist der ältere, erfahrenere Zehnkämpfer und hat diese Saison schon tolle Ergebnisse erzielt. Rico Freimuth und ich kommen erst dahinter. Aber Olympia ist in meinen Augen ein eigener Wettkampf, auf die wir uns alle erst einmal einstellen müssen.  zin

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