Sport mit Axt und Säge

„Gewonnen habe ich schon jetzt“

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Ein Mann im Einklang mit der Klinge seiner Axt: Nils Müller bei der Disziplin Standing Block Chop beim Rhön-Cup.

Region Rhein-Main – Wenn um Nils Müller die Späne fliegen, ist er  in seinem Element. Ob mit der Axt oder der Säge: Der 28-Jährige kombiniert Kraft und Technik, um so schnell wie möglich Holz zu sägen, zu haken oder zu spalten. Der einzige Gegner ist die Zeit. Von Dirk Beutel

Vergangenes Jahr noch als Rookie (Anfänger) in der Nachwuchsserie am Start (der EXTRA TIPP berichtete) hat es Müller in seiner ersten offiziellen Wettkampfsaison bei den Aktiven geschafft, sich schrittweise an die deutsche Elite heranzutasten. Mit Erfolg: Beim Rhön-Cup, der letzten Qualifikationsmöglichkeit, holte der Holzfäller die letzten nötigen Punkte für die Deutsche Meisterschaft am 27. Juli in Obertsdorf im Allgäu. Und das, obwohl Müller nicht über den 14. Platz hinwegkam. Trotzdem konnte er seine persönliche Bestzeit beim Standing Block Chop um zwei Sekunden verbessern. Bei dieser Disziplin muss ein senkrecht verankerter Holzblock mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern so schnell wie möglich von der Seite durchschlagen werden.

„Für mich ist das immer noch unfassbar. So oder so, gewonnen habe ich schon jetzt“, sagt Müller. Seine Aufregung vor dem nationalen Finale hält sich daher in Grenzen: „Ich werde noch ein bisschen trainieren und dann einfach auf das Beste hoffen.“ Nur knapp zwei Wochen Vorbereitung stehen Müller dafür zur Verfügung. „Eigentlich ein bisschen wenig, aber es muss eben reichen.“ Etwa Fitness, etwas Laufen, dazwischen wird mit Axt oder Säge trainiert.

Seine Stärken sieht Müller im Single Buck, hier wird mit einer etwa Zwei-Meter-Handsäge eine Holzscheibe von einem horizontal befestigten Block mit einem Durchmesser von 46 Zentimetern abgesägt. Und beim Hot Saw: Bei dieser Disziplin wird mit einer sehr leistungsstarken Motorsäge von einem waagerecht verankerten Holzblock, mit einem Durchmesser von 46 Zentimetern, innerhalb eines Bereichs von 15 Zentimeter drei vollständige Scheiben abgesägt.

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Verbesserungspotenzial sieht Müller hingegen beim Springboard. Hier müssen zwei Trittbretter in einen Holzstamm platziert werden. Ziel ist es, einen auf der Spitze montierten Holzblock zu durchschlagen. „Alles was ich dabei unter zwei Minuten schaffe, ist für mich schon super.“

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