Ohne Hilfsmittel

Neuer Wettkampf: Kraftdreikämpfer kämpfen jetzt authentischer

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Im Kniebeugen bewegen die Kraftdreikämpfer deutlich mehr Gewicht als im Bankdrücken, meist aber etwas weniger als im Kreuzheben.

Groß-Zimmern – Der Athletenverein (AV) „Vorwärts“ Groß-Zimmern richtet in diesem Jahr wieder den Kraftdreikampf-Wettkampf aus. Aber alles soll kleiner und authentischer werden. Von Jens Dörr

„Back to the roots“ – zurück zu den Wurzeln: Das hat sich der Athletenverein (AV) „Vorwärts“ Groß-Zimmern groß auf die Fahnen geschrieben. Seinen Namen hat der „Bembel“-Cup nicht nur aufgrund der bloßen Zugehörigkeit Groß-Zimmerns zum „Äppelwoi“-Großraum Frankfurt erhalten; die Teilnehmer erhalten auch das gleichnamige Gefäß, je nach Platzierung in unterschiedlicher Größe. Hinter dem Titel steckt seit einem Jahrzehnt eine schweißtreibende Angelegenheit von sportlichem Stellenwert: Der Wettkampf, den die Groß-Zimmerner jahrelang zusammen mit dem AC „Siegfried“ Darmstadt ausrichteten, wurde zuletzt zur größten Kraftdreikampf-Veranstaltung der Bundesrepublik, 165 Athleten nahmen im vergangenen Jahr teil, insgesamt an die 800 Zuschauer kamen in die Athletenhalle. Kraftdreikämpfer wie Lokalmatador und EM-Teilnehmer Phillip Gramlich mit 300 Kilogramm im Kniebeugen, 190 im Bankdrücken 190 und 322,5 im Kreuzheben brachten Leistungen auf nationalem Spitzenniveau.

Ohne Hilfsmittel

Umso erstaunlicher ist der vermeintliche Rückschritt, den die Groß-Zimmerner bei der Neuauflage des Wettkampfs am Samstag, 19. Dezember, machen. Mit 77 Teilnehmern ist das Feld für die oft bescheidenen Verhältnisse des Kraftdreikampfs zwar immer noch üppig, hat sich aber gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. In jüngerer Vergangenheit stiegen zwar die Teilnehmerzahlen in Groß-Zimmern kräftig an, ein wichtiger Gedanke blieb aber immer mehr auf der Strecke. „Wir wollen unseren Sport endlich wieder ,raw’ (roh) und ohne den ganzen Hilfsmittel-Mist ausüben“, findet Nimmerfroh, Kraftdreikämpfer der alten Schule, mit Blick auf seine Philosophie aber auch mit vielen jüngeren Unterstützern in der Szene, klare Worte. Soll heißen: Bankdrück-Shirts, Kniebeuge-/Kreuzheberanzüge und Thermo-Kniestulpen sind in Groß-Zimmern künftig verboten. Gürtel und Handgelenks-Bandagen haben die Gastgeber schließlich doch erlaubt. Gehoben und gedrückt werden soll trotzdem endlich wieder ohne wesentliches unterstützendes Equipment.

AV Groß-Zimmern organisiert allein

Nicht mehr dabei als Veranstalter ist in diesem Jahr der AC Darmstadt – zurück zu den Wurzeln geht es für den AV Groß-Zimmern nun allein. Zehn Athleten bringen die Gastgeber selbst an den Start. So mischen im Feld der Junioren bis 85 Kilogramm Körpergewicht (insgesamt 22 Teilnehmer) Gustav Mockenhaupt, Daniel Knaut und Tobias Knaut mit. Bei den Junioren ab 85 Kilogramm (13) ist kein AVG-Athlet dabei. Bei den Männern unter 90 Kilogramm (17) starten Dirk Lyzwka, Christopher Tropea und Marcel Bock. Bei den Männern über 90 Kilogramm (13) sind Markus Will, Friedrich Mockenhaupt und der Deutsche Vizemeister im Schwergewicht, Phillip Gramlich, dabei. Bei den Frauen (12) versucht Avan Wahab für Groß-Zimmern ihr Glück.

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