Frankfurter Eishockey-Club plant für nächste Saison

Nach dem Huskies-Drama: Löwen Frankfurt stehen vor einem Umbruch

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Die Enttäuschung nach dem Playoff-Aus ist den Löwen anzusehen: Andreas Schwarz (von links), Marc Schaub und Nick Mazzolini.

Frankfurt – Nach dem blamablen Playoff-Aus in der DEL2 gegen die Kassel Huskies suchen die Frankfurter Löwen nach den Ursachen und haben mit den Planungen für nächste Saison begonnen. Von Uwe Lange

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Leere Gesichter und ratlose Blicke spiegelten die Enttäuschung wider, als sich die Löwen Frankfurt mit einer blamablen 1:8-Niederlage gegen die Kassel Huskiesaus den Eishockey-Playoffs verabschiedet hatten. Er fühle sich „schlecht und krank“ beschrieb Löwen-Geschäftsführer Stefan Krämer seine Gemütslage, suchte Erklärungen für einen enttäuschenden Saisonverlauf. Frankfurts Boss nannte Ex-Coach Tim Kehler „ein Bauernopfer, da die Mannschaft untrainierbar war“, stärkte zugleich Rich Chernomaz, der den Kader zusammengestellt hatte, aber ebenso wenig auf Kurs bringen konnte, demonstrativ den Rücken. „Er wird auch im kommenden Jahr die sportliche Verantwortung tragen“.
„Ich möchte den Cup gerne in meinen Händen halten“, hatte Kehler unverhohlen eine klare Ansage über seine sportlichen Ambitionen gemacht. Dies war ihm kurz vor Weihnachten zum Verhängnis geworden. Trotz des Verletzungspechs und dem temporären Ausfall der Leistungsträger waren seine Farben recht ordentlich in die Spielzeit gestartet, waren immer unter den besten vier im Klassement zu finden, obwohl es unspektakuläre Spiele und unnötige Niederlagen gab.

Chris Stanley fand die richtige Ansprache

Die Beurlaubung des Kanadiers entpuppte sich rückblickend als völlig sinnfrei, unter seinem managenden Nachfolger Rich Chernomaz wurden die Leistungen noch schlechter; so manches Mal desaströs bis peinlich. Fielen unter Kehler einige wenige Akteure durch kleinere Disziplinlosigkeiten und mangelndes Engagement negativ auf, so wollten der „Axt von Manitoba“ viele Spieler nicht mehr folgen.

Den Spagat zwischen Lässigkeit und Disziplin fand dagegen Co-Trainer Chris Stanley, der als ehemaliger Profi die richtige Ansprache zu den Aktiven fand. Der einstige Publikumsliebling vertrat seinen Chef in dessen Abwesenheit (Chernomaz coacht das Nationalteam Ungarns) erfolgreich, schaffte es als einziger Übungsleiter, gegen ein Topteam (Bremerhaven) alle Kräfte zu bündeln und drei Punkte zu holen. Er wird in Kürze den Trainerschein erwerben, den ersten notwendigen bürokratischen Schritt zur Eigenverantwortung an der Bande unternehmen. Sportdirektor Rich Chernomaz übernahm „die volle Verantwortung für den Saisonverlauf. Ich habe Fehler gemacht, einige Entscheidungen haben nicht gegriffen.“

Auflösungsverträge sind nicht ausgeschlossen

Zehn Profis haben aber bereits einen Vertrag für die kommende Saison unterzeichnet, darunter beispielsweise auch Kris Sparre, der mit hoher Erwartungshaltung verpflichtet worden war und von Trainager Chernomaz aufgrund seiner Einstellung heftig kritisiert wurde. Auflösungsverträge scheinen nicht gänzlich ausgeschlossen, Sparre beispielsweise wird nach Krefeld wechseln. Vier Neue, darunter ein Import-Spieler und zwei Spieler der Erzrivalen aus Kassel und Bad Nauheim wurden schon unter Vertrag genommen.

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Vom Kooperationspartner Nürnberg gibt es erneut Unterstützung. „Wir werden wieder drei Jungs nach Frankfurt geben: Torwart, Verteidiger und Angreifer“, sagt Icetiger-Manager Martin Jiranek. Fest steht auch: Antti Ore, Tyler Plante, Henry Martens, Patrik Vogl, Norman Martens, Stefan Chaput und David Brine bekommen keinen neuen Vertrag. Nico Oprée und Marc Schaub werden sich beruflich neu orientieren. Dies kündigten sie jeweils im persönlichen Gespräch mit „Cherno“ an. Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz macht deutlich: „Das war die erste Runde. Wir werden uns weiter zusammensetzen, den Saisonverlauf genau analysieren und über die Kader-Zusammenstellung für die kommende Spielzeit entscheiden. Wir bedanken uns bei allen genannten Spielern für ihren Einsatz und wünschen ihnen für ihre Zukunft alles Gute.“

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