Schwitzen im Wasser und an Land

Moret-Triathlon: Wieder eine Hessenmeisterin vom VfL Münster?

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Am nächsten Samstag schwimmen die Triathleten wieder im Hardt-See zwischen Sickenhofen und Babenhausen.

Münster - Der Moret-Triathlon, Traditionswettkampf des VfL Münster, feiert 30. Jubiläum  und bringt die Hessenmeister  erneut hervor. Favoritin ist die VfL-Athletin Martina Maul. Von Jens Dörr 

Kann der VfL Münster  nächsten Samstag im Ziel eine Hessenmeisterin aus den eigenen Reihen begrüßen? Wenn am 14. Juni – Starts um 11.20 und 11.40 Uhr im Hardt-See  westlich von Babenhausen, direkt an der B26 – der 30. Moret-Triathlon des Leichtathletik-, Gesundheitssport- und Volleyballvereins Jubiläum feiert, dann steht in Martina Maul  nicht nur eine VfL-Athletin unter Strom. Auch Cheforganisator Werner Haase  und Rennleiter Andreas Kropp  dürften bei aller Zurückhaltung nichts gegen eine Siegerin aus Münster einzuwenden haben.

Für Kropp ist Maul, die 2013 in Darmstadt Deutsche Meisterin ihrer Altersklasse wurde, die Favoritin in der Frauenkonkurrenz. Sollte sie die Ziellinie als Erste überqueren, wäre sie über die Halbdistanz Hessenmeisterin und Moret-Siegerin in Personalunion – die Landesmeisterschaften sind wie schon seit vielen Jahren wieder in den Moret-Triathlon integriert.

Titelverteidiger Sean Donnelly nicht am Start

Über die zwei Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer auf dem Rad und 21,1 Kilometer zu Fuß erlaubt das Männerfeld derlei klare Prognosen nicht. Titelverteidiger Sean Donnelly  geht nicht an den Start – der Dieburger Topathlet stemmt momentan einerseits eine Doppelbelastung aus Training und Studium, bereitet andererseits eine Langdistanz in 2014 und eine Teilnahme am Ironman  2015 in Frankfurt vor.

Nachfolger als Hessenmeister könnte Kropp zufolge – der VfL-Mann ist auch Sportwart des Hessischen Triathlon-Verbands – Jannik Öhler  vom TuS Griesheim  werden. Auch den Darmstädter Felix Haupt zählt er zum Favoritenkreis. Münsters Männer dürften Chancen aufs Podest vor allem in den Altersklassen-Wertungen haben. Etwa Tim Kreher  in der M30 und Karlheinz Roßkopf  in der M60.

Neuer Teilnehmerrekord

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Wie alle Frauen, die zehn besten Männer des Vorjahres sowie alle Teilnehmer, die für die Wertung auch bei den Hessenmeisterschaften gemeldet haben, gehen Maul, Öhler und Haupt um 11.20 Uhr ins Wasser. Im Hardt-See werden alle Athleten dieser Gruppe an einer roten Badekappe zu erkennen sein. 20 Minuten später dürfen alle anderen – dann ausschließlich männlichen – Starter ins Nass. Insgesamt stellen sich 505 Frauen und Männer der Herausforderung: Teilnehmerrekord. Zu erwarten ist ein kurzfristiges Fernbleiben von etwa zehn Prozent der Einzelstarter. Hinzu kommen 21 Staffeln. Hier ist der VfL Münster Titelverteidiger. Im Einzelwettbewerb fehlen trotz des lockenden Titels viele bekannte Namen des hessischen Triathlons: „Profis müssen Geld verdienen. Wir bleiben uns aber auch im 30. Jahr treu und zahlen keine Startgagen oder Preisgelder“, so Kropp.
Start- und Sponsorengelder fließen stattdessen in die Organisation des Moret-Triathlons – darunter in einige Bereiche, die der Laie kaum auf dem Schirm hat. Fürs Abstellen der Ampeln auf der Radstrecke stellt der Staat dem VfL Münster  beispielsweise rund 3000 Euro in Rechnung. „Jede Waldbenutzung für die Laufstrecke muss bezahlt, ein Wassergutachten für den See eingeholt und bezahlt, vorher auch noch eine vogelkundliche Begehung gemacht werden“, weiß Kropp. Bei aller Freude darüber, dass die Traditionsveranstaltung, die schon lange nicht mehr über den Mainzer Berg, die Moret, bei Dieburg geht, drei Jahrzehnte geschafft hat, trübt das doch ein wenig die Stimmung: „Bei den Behörden die Genehmigungen zu bekommen, wird immer aufwändiger und teurer.“

Kampfrichter auf Motorräder unterwegs

Dennoch lassen sich auch diesmal 180 Helfer, die Johanniter und die DLRG ihre Unterstützung nicht nehmen. Zudem sind allein sieben Motorräder mit Kampfrichtern unterwegs, um Vergehen wie Windschatten-Fahren auf der Radstrecke auf die Schliche zu kommen.

Die Radstrecke führt durch den vorderen Odenwald. Guter Schauplatz für Zuschauer ist Dorndiel mit seiner starken Steigung. Das Ziel und die Laufstrecke befinden sich am Sportgelände im Münsterer Ortsteil Altheim. Hier wie auch am Hardt-See ist der Eintritt frei.

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