Interview mit Offenbachs Sportamtsleiter Jürgen Weil

Im Mission-Olympic-Finale setzt Offenbach auf den Multikulti-Faktor 

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Die TSG Bürgel ist mit Zumba bei der Mission Olympc dabei.

Mit dem Slogan „155 Nationen – eine Stadt – ein Ziel“ ist Offenbach ins Finale der „ Mission Olympic – Deutschlands aktivste Stadt gesucht“ eingezogen. Am  6. und 7. September, müssen sich die Offenbacher beweisen. Im Interview erzählt Sportamtsleiter Jürgen Weil, um was es geht. Von Norman Körtge

Was sind die Ziele von Mission Olympic?

 „Mission Olympic – Deutschlands aktivste Stadt gesucht“ ist ein bundesweiter Wettbewerb der beiden Initiatoren Coca-Cola und Deutscher Olympischer Sportbund, der jährlich seit 2007 ausgetragen wird. Erklärte Ziele sind, Menschen nachhaltig für einen aktiven Lebensstil zu begeistern und lokale Netzwerke für den Breitensport sowie das bürgerschaftliche Engagement für den Sport zu stärken. Denn gerade in der heutigen Zeit, die zunehmend von Bewegungsmangel geprägt ist, sollten Sport und Bewegung für jeden Einzelnen eine wichtige Rolle spielen.

Wie ist Offenbach ins Finale gekommen?

Der Wettbewerb hat im Frühjahr letzten Jahres begonnen. In zwei Bewerbungsphasen haben wir die Sportanlagen, die Anzahl der sporttreibenden Menschen und die attraktiven Bewegungs- und Freizeitangebote in Offenbach dargestellt. Hinzu kam die Präsentation von weit über 40 herausragenden Projekten, die Vereine, Treffs, Institutionen und auch das Sportamt im letzten Jahr durchgeführt haben. Damit hat sich Offenbach für das Finale qualifiziert.

Wer ist der Gegner im Finale?

Unser Finalgegner ist die westfälische Stadt Bocholt nahe der niederländischen Grenze. Das Finalwochenende in Offenbach findet am 6. und 7. September statt. Bocholt trägt sein Finale eine Woche später aus.

Wie wird der Sieger ermittelt?

Die Stadt, die die meisten kreativen Aktionen an ihrem Finalevent anbietet und dabei scharenweise Menschen zum Mitmachen motiviert, wird am Ende die Nase vorne haben.

Was springt für Offenbach dabei heraus?

Der Titelgewinner erhält 50.000 Euro, der Finalist muss sich mit 15.000 Euro begnügen. Natürlich ist Offenbach angetreten, den Titel zu holen. Aber unabhängig vom Gewinn wird diese Breitensportveranstaltung Menschen über Kultur- und Stadtgrenzen hinaus zusammenschweißen und ein Wir-Gefühl schaffen. Zudem ist die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen, dem Handel, den Medienpartnern, der Politik, dem Sportkreis, den Sponsoren als Beteiligte bei diesem Projekt so sensationell gut, dass auch andere Veranstaltungen und Projekte in Offenbach davon profitieren können.

Nachhaltigkeit und Integration spielen bei Mission Olympic eine große Rolle.

Der integrative Aspekt darf nicht unterschätzt werden. Offenbach hat rund 125.000 Einwohner. Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung beträgt zirka 35 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die meisten Ausländer stammen aus der Türkei, Italien, Griechenland, Serbien, Montenegro und Polen. Über 50 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Der Offenbacher Slogan zum Finalevent lautet deshalb auch: „155 Nationen – eine Stadt – ein Ziel“ und präsentiert die internationale Vielfältigkeit der Bevölkerung. Ziel aller Beteiligten ist es, eine nachhaltige Veranstaltung durchzuführen, an die sich die Teilnehmer sowie, die mitmachenden Vereine, Institutionen und Treffs noch sehr lange gerne erinnern.

Dürfen nur Offenbacher mitmachen?

Nein, theoretisch kann weltweit teilgenommen werden. Unser Ziel ist es, Menschen in der gesamten Rhein-Main-Region zum Mitmachen an den über 200 Aktionen zu gewinnen. Aktiv mit Sportarten der unterschiedlichen Abteilungen nimmt beispielsweise die TG Bornheim aus Frankfurt teil, der mitgliederstärkste Verein Hessens.

Warum wird Offenbach gewinnen?

Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich bei möglichst vielen verschiedenen sowie kreativen Aktionen zum Sport zu animieren. Den Verantwortlichen ist es gelungen, zahlreiche Aktionen mit einem attraktiven Rahmenprogramm zu verbinden. Ich bin sicher, dass uns die Offenbacher sowie unsere Nachbarstädte nicht im Stich lassen, Hessens erste Stadt zu werden, die den Titel „Deutschlands aktivste Stadt“ gewinnt.

Berliner Straße wird zur Olympischen Meile

Offenbachs Sportamtsleiter Jürgen Weil

Das Finale der Mission Olympic in Offenbach ist in zwei Teile gegliedert. Tag des Alltagssports, Freitag, 6. September, von acht bis 16 Uhr: Zahlreiche Offenbacher Institutionen, Schulen, Kitas, öffentliche und private Einrichtungen, Handel, Apotheken, Dönerläden und viele mehr werden durch verschiedenste Aktionen direkt vor Ort möglichst viele Mitarbeiter und Schüler zum Sport beziehungsweise zur Bewegung animieren. Zum Beispiel durch Tänze oder Bürosport.

24-Stunden-Tag, 6. September, 19 Uhr, bis 7. September 19 Uhr: In dieser Zeit sind alle Bürger der Stadt und dem Rhein-Main-Gebiet aufgerufen, an den vielfältigen und ausgefallenen Sportangeboten, die von Vereinen, Treffs, Krankenkassen initiiert und betreut werden, teilzunehmen. Die insgesamt über 200 Aktionen sind kreativ und zum Mitmachen geeignet. Eine Liste mit allen Aktionen ist im Internet unter www.sportinoffenbach.dezu finden. Die verschiedenen Aktivitäten werden an mehreren Standorten im Stadtgebiet vom Einkaufscenter KOMM bis zum Main und vom Ring-Center bis zum Sportzentrum Rosenhöhe, in der ESO-Sportfabrik sowie am Mainufer stattfinden. An allen Orten werden Parcours, Spielfelder oder Mitmachmodule aufgebaut. Herzstück ist die Olympische Meile entlang der Berliner Straße mitten in der Innenstadt, die zwischen Schloßstraße und Kaiserstraße teilgesperrt wird.

Party am Samstagabend

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Neben vielfältigen Bewegungsaktionen wird es auf drei Bühnen – Berliner Straße vor dem Rathaus und auf dem Aliceplatz – ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm für ein multikulturelles Publikum in allen Altersstufen geben. Attraktive Abendveranstaltungen wie das Late Night Shopping in der Innenstadt am Freitag bis 23 Uhr und die Mission Olympic-Abschlussparty am Samstag laden ein, auch in den späten Abendstunden in Offenbach zu verweilen.

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