Vier Spieltage vor Saisonende kann Frankfurt Galaxy schon alles klar machen

Frankfurt Galaxy: Die Meisterschaft ist zum Greifen nah

Frankfurt – Nur noch vier Mal zwölf Minuten und ein einziger Sieg trennen die Footballer der Frankfurt Galaxy von dem größten Erfolg ihrer noch jungen Vereinsgeschichte: Der Meisterschaft in der German Football Liga 2 Süd. Von Uwe Lange

Eine Woche nach dem grandiosen 45:34-Sieg in Ingolstadt kann der Spitzenreiter aus Hessen im Rückspiel bereits vier Spieltage vor Schluss gegen den Tabellenzweiten aus Bayern alles klar machen. „Die Frankfurter stehen völlig zurecht da ganz oben“ erwies sich Dukes-Cheftrainer Eugen Haaf als fairer Verlierer, „die haben so viele Waffen in der Offensive, die nur schwer zu neutralisieren sind“. „Langsam! Es ist erst Halbzeit“ hatte Galaxy-Headcoach Markus Grahn direkt nach dem Match an der Donau erste Gratulanten beschieden und auf die verständliche Euphorie-Bremse gedrückt. Der erfahrene Trainer will aber auch die Begeisterung um sein weiterhin ungeschlagenes Team nicht unterdrücken, die lila Fans am Main vielmehr motivieren, noch einmal alles für seine Schützlinge zu geben, diese lautstark zum notwendigen Erfolg zu schreien. Die werden zum letzten regulären Heimspiel der Runde sicherlich erneut zahlreich erscheinen, so dass die Galaktischen von einem neuen Besucher-Rekord ausgehen können.

Bester Vorverkauf aller Zeiten

„Der beste Vorverkauf, den wir bislang hatten“, meldet erfreut Marco Schwarzer, der Ticketing-Leiter aus der Zentrale in Fechenheim. Er erwartet am Sonntag eine große Kulisse im Volksbank-Stadion (15 Uhr). Er und die anderen Verantwortlichen der Frankfurter können sich schon langsam mit der Planung des Relegations-Rückspiels gegen den Letzten der Ersten Liga beschäftigen, das am Wochenende des 3./4. Oktober am Bornheimer Hang stattfände.

Für einen der großen Publikums-Lieblinge im lila Dress könnte dieser Tag zu einem der wichtigsten seiner Karriere werden, aber auch zu einem des tränenreichen Abschieds:

Martin Latka verlässt mit diesem letzten Spiel der Spiele die Bühne, die ihm jahrelang so viel bedeutete und beendet mit gut 33 Jahren seine überaus erfolgreiche Karriere. Der World Bowl-Gewinner 2006, einst Universe-Gründungsmitglied, Linebacker und Team-Captain blickt auf ein bewegtes Footballer-Leben zurück, bei dem die Höhen bei weitem die Tiefen übertrafen.

Martin sei unersetzbar

„Martin ist ein Typ, den man nicht ersetzen kann“ sagt sein Defensive-Trainer und Freund Thomas Kösling über den Abschied des 119-Kilogramm-Kolosses. „Als Mensch, Spieler und prägende Persönlichkeit wird er uns allen fehlen“, klingt heute schon etwas Wehmut in den Worten des Coaches beim Gedanken an die kommenden Tage im Oktober. Der von allen so Gelobte sieht es noch etwas entspannt: „Es ist langsam Zeit, den Jungen Platz zu machen. Ich spüre mein Alter doch inzwischen sehr, die Zeit für das Mehr im Aufwand um dann mithalten zu können, fehlt mir ebenso. Und ehe ich selbst unzufrieden mit mir bin, hänge ich die Pads an den Nagel“, sagt die Galaxy-Nummer 20 selbstkritisch. Am Spielfeldrand oder gar in einer Funktionärs-Funktion wird man den 1,90-Meter-Hünen wohl nicht erleben: „Ich denke eher nicht, das hängt aber auch von meiner beruflichen Entwicklung ab“, lässt sich der Banker zumindest ein kleines Hintertürchen für eine lila Zukunft offen, denn niemals geht man so ganz.

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