Ein Neuling auf dem Sprung

Maximilian Wirzberger-Jach gehört zu den besten Reitern seiner Altersklasse

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Will noch höher hinaus: Maximilian Wirzberger-Jach aus Seligenstadt peilt bei den deutschen Meisterschaften die Top 15 an.

Seligenstadt - Der Seligenstädter Maximilian Wirzberger-Jach zählt zu den besten Reitern in seinem Alter. Im Interview mit dem EXTRA TIPP spricht der 19-Jährige über die rasante Entwicklung, die Arbeit mit den Pferden und seine Ziele.

Als 14-Jähriger mit dem Pferdesport begonnen, seit 2008 bereits 13 Springen in der schweren Klasse gewonnen und das goldene Reitabzeichen (mindestens zehn Siege in der schweren Klasse) geholt. Innerhalb von fünf Jahren sind Sie vom Neuling zu den besten Reitern im Junioren-Bereich aufgestiegen. Hätten Sie sich diesen Sprung zugetraut?

Am Anfang noch nicht so ganz, da hatte ich schon leise Zweifel. Aber im Laufe der Zeit ist meine Überzeugung gestiegen. Dabei haben die Erfolge im Training und bei den ersten Turnieren natürlich geholfen.

Im ersten Turnierjahr haben Sie bemerkenswerte 847 Ranglistenpunkte geholt und den Wert Jahr für Jahr deutlich übertroffen. Wie erklären Sie sich diesen Durchmarsch?

Mit den guten Ergebnissen bin ich immer sicherer und ehrgeiziger geworden. Ich bin ein angriffslustiger Reiter, der vorne immer mitmischen möchte. Bislang ist es bis auf einen Schlüsselbeinbruch gut gegangen. Mein Pferd und ich arbeiten und kämpfen zusammen.

Sie stammen aus einer Reiterfamilie. Ihr Vater war erfolgreicher Reiter, ihr Großvater ebenfalls. Dennoch sind Sie erst mit 14 Jahren in den Sport eingestiegen. Wieso?

In der Jugend habe ich Handball in Goldbach bei Aschaffenburg gespielt. Damals hatte ich ehrlich gesagt noch nicht so viel Lust am Pferdesport. Mit 14 Jahren habe ich es dann mal ausprobiert und gleich Gefallen dran gefunden. Und dann bin ich dran geblieben.

Ihre Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann absolvieren Sie im elterlichen Betrieb, hinzu kommen Trainingseinheiten und Turniere. Wie kann man sich einen Alltag bei Ihnen vorstellen?

Der Tag beginnt für mich morgens um halb sieben. Dann steht für mehrere Stunden die Arbeit mit den Pferden auf dem Programm. Nachmittags stehe ich dann im Geschäft. Da kommen schon mal zwölf, 13 Stunden am Tag zusammen. An den Wochenenden sind wir meist auf internationalen Turnieren unterwegs, häufig in Österreich.

Klingt nach einer sehr zeit- und arbeitsintensiven Beschäftigung. Bleibt da noch Freizeit?

Ehrlich gesagt nicht viel. Man muss schon sehr diszipliniert leben. Aber das geht schon. Diskos und Freunde – die habe ich auf den Turnieren.

Sie zählen zu den besten Reitern Ihrer Altersklasse. Soll aus dem Hobby mal eine Profi-Karriere werden?

Das weiß ich noch nicht. Ich will zunächst weiter Hobby und Beruf verbinden. Dann wird man sehen. Jetzt konzentriere ich mich erstmal voll und ganz auf die deutschen Meisterschaften.

Bei den Titelkämpfen (16. bis 18. August) in München gehen Sie als Neuling bei den „Jungen Reitern“ (19 bis 23 Jahre) an den Start. Ihr Ziel?

Ich will dort gut abschneiden, eine Platzierung unter den Top 15 wäre ein prima Ergebnis.

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