Marius Nolte will noch mehr kämpfen

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Center Marius Nolte ist mit seiner Leistung in dieser Saison unzufrieden.

Frankfurt – Der Positionskampf unter den Körben: Das ist das Spiel von Marius Nolte. Der Kapitän der Frankfurt Skyliners geht dahin, wo es weh tut. Schmerzhafte Momente gab es in der Saison bereits zu Genüge, erzählt der Center im Interview. Am Sonntag geht's gegen Bayern München.

Herr Nolte, die Skyliners haben erst zwei Saisonspiele gewonnen, belegen den drittletzten Platz. Steckt der Klub in einer Krise?

Die Situation ist sicher nicht einfach. Wir sind nicht da, wo wir sein wollen. Wir müssen uns jetzt zusammenreißen und das Tal durchwandern. Leicht wird es sicher nicht. Wir brauchen dringend bessere Ergebnisse.

Haben Sie eine Erklärung für diesen misslungenen Saisonstart?

Da gibt es mehrere Gründe. Zum einen hatten wir immer wieder kleinere Ausfälle, konnten selten komplett trainieren und spielen. Unser Spielmacher Justin Gray ist zum Beispiel seit Wochen angeschlagen. Er ist der Denker und Lenker im Spiel und fehlt uns sehr. Dann haben wir noch ein paar Spiele unglücklich verloren. Das setzt sich in den Köpfen fest.

Gegen Bamberg, Bonn und Berlin gab es heftige Klatschen. Wie frustrierend sind Niederlagen gegen Kontrahenten, die in der Vorsaison auf Augenhöhe waren?

Es ist natürlich schwer, nach solchen Spielen nicht den Kopf hängen zu lassen. Es tut sehr weh, gerade zu Hause so zu verlieren. Bamberg ist natürlich in dieser Saison eine Klasse für sich, aber wir dürfen es nicht zulassen, dass uns diese Teams phasenweise vorführen.

Trainer Muli Katzurin hat die Mannschaft zuletzt scharf kritisiert, das Verhältnis zu den Spielern scheint nicht das Beste zu sein. Erreicht er das Team überhaupt?

Der Trainer stellt im Training klar, worauf es ihm ankommt. Nämlich, dass wir aus einer kompakten Verteidigung heraus offensiven Basketball spielen. Doch zwischen Begreifen und Umsetzen besteht eben ein großer Unterschied. Wir haben junge Spieler, die sich erst an das hohe Niveau gewöhnen müssen. Das ist ein längerer Prozess, aber wir sind auf einem guten Weg.

Fehlen Spielertypen wie DaShaun Wood oder Roger Powell, die in der Vorsaison das Team ins Halbfinale führten?

Ich glaube nicht, dass uns ein bestimmter Spielertyp fehlt. Sicherlich haben wir im vergangenen Jahr von der Erfahrung einzelner Spieler profitiert. Die fehlt uns hier und da. Aber dann müssen wir alle ein paar Prozent mehr geben.

Auch Sie hinken der Form aus dem Vorjahr hinterher, erzielen weniger Punkte und Rebounds. Woran liegt das?

Natürlich kann ich mit den bisherigen Leistungen nicht zufrieden sein. Die Statistiken sind mir eigentlich nicht wichtig, zeigen aber doch, dass es auch bei mir nicht so läuft. Ich müsste noch mehr meine kämpferische Einstellung einbringen und die Mannschaft als Kapitän antreiben. Da lasse ich leider auch manchmal den Kopf hängen.

Und jetzt droht in München das nächste Debakel?

Sicherlich ist München bei diesem Spiel der große Favorit. Aber nach den letzten beiden Spielen rechne ich nicht mit einem Debakel. Gerade beim Euroleague-Spiel in der Türkei haben wir mit einer dezimierten Truppe ganz gut ausgesehen. Wir haben keine Angst und hoffe, die Partie knapp gestalten zu können.

Was zeichnet die Bayern aus?

Sie haben eine sehr ausgeglichene Mannschaft mit großer Qualität. Neben den deutschen Nationalspielern wie Jagla, Hamann oder Benzing haben sie auch starke Ausländer in den Reihen und mit Dirk Bauermann einen sehr erfahrenen Trainer.

Kürzlich haben Sie als Testperson in einem Galileo-Experiment mitgewirkt als es um die Sinneswahrnehmung ging. Wie kam es dazu?

Der Sender hat einen deutschsprachigen Basketballer gesucht und gefragt, ob ich Lust dazu hätte. Ich fand das Experiment gleich ziemlich interessant. Nur die Brille, die ich aufsetzen musste, war ziemlich gewöhnungsbedürftig. Es war ein unterhaltsamer Nachmittag und sicher etwas für die Erinnerungskiste. zin 

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