Vor Spitzenspiel gegen Kaiserslautern

Marcel Heller vom SV Darmstadt im Interview

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Darmstadts Flügelflitzer Marcel Heller will mit den Lilien auch am Freitag in Kaiserslautern jubeln.

Region Rhein-Main - Marcel Heller ragt beim Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98 heraus. Vor dem Spitzenspiel der Lilien nächsten Freitag in Kaiserslautern sprach er mit dem EXTRA TIPP über seine Schnelligkeit, seinen Karriereknick am Main und die Bundesliga. Von Jens Dörr

Herr Heller, wie schnell sind Sie eigentlich über die 100 Meter?

Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Ich weiß nur, dass ich bei der U21-Nationalmannschaft die 30 Meter in 3,7 Sekunden gelaufen bin. Das ist zwar schon ein wenig her, aber ich denke nicht, dass ich langsamer geworden bin. Die 100 Meter sind im Fußball nicht so wichtig, daher läuft man die eigentlich nie auf Zeit. Die ersten Meter sind entscheidend. Speziell trainiert habe ich die Schnelligkeit ohnehin nicht. Ich bin einfach gelaufen und habe mein Ding gemacht.

Lag ob Ihrer Statur und Sprintstärke nicht die Leichtathletik-Karriere näher?

Nein, bei mir drehte sich alles immer nur um Fußball. Schon als kleines Kind habe ich auf der Straße gespielt, ich konnte mir nie etwas anderes vorstellen. Zweimal die Woche war ich beim Training bei meinem kleinen Verein QuadrathIchendorf, bei dem ich bis zur A-Jugend gespielt habe. Den Rest habe ich auf der Straße gelernt.

Welcher Gegenspieler war bisher schneller als Sie?

Da achte ich nicht bewusst drauf. Aber zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich mal jemandem deutlich hinterher gehechelt bin.

Was macht Sie in dieser Saison zum bisher stärksten Spieler des SV 98?

Ich denke, ich bin ganz gut im Eins gegen Eins, wobei ich dabei natürlich auch über meine Schnelligkeit komme. In vielen anderen Bereichen habe ich mich im Laufe der vergangenen Jahren gesteigert: Flanken, Passspiel, Abschluss. Durch das Training im Profi-Fußball ist in allen Bereichen etwas dazugekommen. Zuletzt habe ich einen Schritt im Defensivverhalten gemacht – darauf legt Dirk Schuster bei uns Offensivspielern großen Wert.

Sie haben 34 Erstliga-Spiele und elf U21-Länderspiele bestritten. Was fehlte Ihnen bislang noch zum endgültigen Durchbruch in Liga eins?

Nachdem ich damals in der Winterpause von den Sportfreunden Siegen zu Eintracht Frankfurt gewechselt war, lief es anfangs richtig gut – ich habe elf Spiele in der Rückrunde gemacht. Dann kam jedoch eine Rückenverletzung bei einem U21-Länderspiel, die sich über ein Jahr hinzog. Danach war es schwierig für mich, wieder heranzukommen, so dass es die richtige Entscheidung war, einen Schritt zurückzugehen.

Klappt es für Sie noch einmal mit dem Oberhaus?

Natürlich träume ich davon, noch mal in der Bundesliga zu spielen – wie wohl jeder Fußballer. Wenn ich das Ziel nicht hätte, würde irgendetwas schief laufen. Aber ich weiß, dass der Weg in die Erste Liga schwer ist. Hinzu kommt, dass ich momentan in Darmstadt sehr glücklich bin, es macht mir viel Spaß, in diesem Team zu spielen. Von daher mache ich mir da überhaupt keine Gedanken.

Gab es vor Ihrer kürzlichen Vertragsverlängerung bis 2017 Offerten anderer Vereine aus Liga eins oder zwei?

Nein, da war mir nichts bekannt.

Was entgegen Sie dem, der die Lilien im Spitzenspiel in Kaiserslautern nicht mehr als Außenseiter sieht?

Dem würde ich sagen, dass das Quatsch ist. Vor der Saison waren wir für die meisten der Abstiegskandidat Nummer eins, warum sollen wir also auf einmal gegen so einen Spitzenklub wie Kaiserslautern nicht mehr Außenseiter sein? Trotzdem werden wir dort wieder alles reinhauen – und dann mal gucken, was geht.

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