Noch eine Spur zu nervös und verkrampft

Weltmeisterschaft: Mäßiges Ende für Patrick Franziska

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Deutschlands neuestes Tischtennis-Talent Patrick Franziska.

Paris/Otzberg – Er ist das neue Talent im Deutschen Tischtennis: Patrick Franziska. Jetzt hat der 20-Jährige bei den Herren sein Debüt bei der Weltmeisterschaft in Paris gegeben. Allerdings nur mit mäßigem Ausgang. Von Dirk Beutel 

„Ich habe gemerkt, dass ich im Leben schon mal lockerer war. Ich war total nervös“, sagt Patrick Franziska nach seiner Einzel-Niederlage in der zweiten Runde gegen den Taiwanesen Chuang Chih-Yua. Immerhin die Nummer sechs der Weltrangliste. „Ich kann eigentlich gut gegen ihn spielen. Sein Spiel liegt mir, und bei den Qatar Open habe ich auch schon gegen ihn gewonnen. Deshalb habe ich mir schon eine Chance ausgerechnet. Ich war heute aber zu verkrampft.“

Für seine erste Weltmeisterschaftsteilnahme in Paris hatte sich der Otzberger auch für den Doppel- und Mixed-Wettbewerb etwas mehr erhofft. Doch gemeinsam mit Steffen Mengel kam Franziska nicht über die erste Runde hinaus. Die beiden verloren denkbar knapp mit 3:4. Wenigstens etwas weiter schaffte er es mit seiner Platten-Partnerin Petrissa Solja: Sie schafften es bis in die dritte Runde, wo sie wieder knapp mit 3:4 unterlagen. „Wir spielen insgesamt zu selten Doppel. In der Bundesliga wird kein Doppel gespielt, bei Olympia nur noch im Teamwettbewerb, und auch in der World Tour steht es für viele nicht in Mittelpunkt. Das Einzel ist wichtiger. Da kann man niemandem einen Vorwurf machen“, sagt er.

Für Top-Leistungen braucht man Druck

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Trotzdem lässt der Otzberger, der in der Bundesliga für den TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell antritt, aber nie für seinen Heimatverein, den TTC Otzberg spielte, nicht den Kopf hängen. Im Gegenteil, die neue deutsche Tischtennis-Hoffnung, kennt bereits das internationale Geschäft und weiß, wie entscheidend die Tagesform sein kann.
Der Europameister bei den Junioren von 2010 hat dieses Jahr bereits bei der ITTF World Tour in Qatar den U21-Titel im Einzel gewinnen können. Mit solchen Siegen wachsen auch die Ansprüche: „Druck ist natürlich immer dabei im Leistungssport. Aber genau den Druck braucht man auch, um Top-Leistungen zu bringen. Wichtig ist aber auch, dass man den Spaß niemals verliert“, sagt Franziska.

Ob er auch das Zeug hat, sich in die erste Reihe der deutschen Nationalmannschaft zu kämpfen, muss sich noch zeigen. Neben dem mehrfachen Europameister und ehemaligen Weltranglisten-Ersten Timo Boll, stehen mit Dimitrij Ovtcharov , Patrick Baum und Bastian Steger internationale erfahrene Spieler vor ihm. Zumindest war seine Weltmeisterschaft-Premiere ein Schritt in die richtige Richtung: „Ich bin mit meiner Leistung nicht ganz unzufrieden. Mit 20 Jahren ist klar, dass ich hier nicht unbedingt etwas ganz Großes reiße. Ich bin jetzt noch mehr motiviert und werde weiter hart arbeiten, um in Zukunft hier noch ein paar Ründchen weiter zu kommen.“

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