1. FFC Frankfurt tritt erstmals ohne Birgit Prinz gegen den alten Rivalen Turbine Potsdam an

Macht Fatmire Bajramaj am Ende den Unterschied aus?

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Noch wirkt er entspannt: Aber in der Bundesliga konnte das Team von Sven Kahlert nur selten hundertprozentig überzeugen.

Frankfurt – Topspiel in der Frauen-Fußballbundesliga: Der Tabellenzweite 1. FFC Frankfurt empfängt am Sonntag (14 Uhr) den Spitzenreiter Turbine Potsdam. Nach der Niederlage in Freiburg steht das Team von Sven Kahlert (21 Punkte) gegen Potsdam (24) unter Zugzwang. Im Interview spricht der FFC-Trainer über das Duell und den bisherigen Saisonverlauf.

Herr Kahlert, der FFC hat binnen weniger Tage zwei Spiele verloren. Das muss ein seltsames Gefühl für das erfolgsverwöhnte Team sein?

Natürlich hat uns die Niederlage beim Ligaspiel in Freiburg sehr verärgert. Da haben sich die Spielerinnen zu sehr von anderen Dingen ablenken lassen. Es war einfach nicht unser Tag. Auch in der Champions League in Paris war die Leistung nur in den ersten 25 Minuten gut. Aber wir hatten mehrere Ausfälle zu verkraften und sind eine Runde weiter.

Wie sieht die personelle Lage vor dem Spiel gegen Meister Potsdam aus?

Mit Melanie Behringer und Saskia Bartusiak kehren zwei Leistungsträgerinnen in die Mannschaft zurück. Auch bei Sandra Smisek bin ich zuversichtlich, dass sie spielen kann. Ana-Maria Crnogorcevic ist angeschlagen, bei ihr müssen wir abwarten, was die medizinische Untersuchung ergibt.

Nach der Niederlage in Freiburg ist der Druck auf den FFC gestiegen. Könnte am Sonntag schon eine Vorentscheidung im Titelrennen fallen?

Eine Vorentscheidung denke ich nicht, aber das Spiel ist auf jeden Fall richtungweisend. Die Saison ist zwar noch lange, aber wir haben uns jetzt in eine Situation manövriert, die wir eigentlich nicht haben wollten: Wir müssen jedes Spiel gewinnen.

Was könnte am Sonntag den Unterschied ausmachen?

Wir müssen die starke Offensive der Potsdamerinnen soweit wie möglich aus dem Spiel nehmen und unsere Chancen nutzen. Wenn uns ein früher Führungstreffer gelingt, spielt uns das sicher in die Karten. Die letzten beiden Heimspiele haben wir gegen die Turbine gewonnen. Gegen Potsdam sind die Spielerinnen immer motiviert.

Speziell für Fatmire Bajramaj ist es ein besonderes Spiel. Ihr Wechsel von Potsdam nach Frankfurt hat für einigen Unmut zwischen den Lagern gesorgt.

Lira ist ein abgezockter Profi, die mit viel Herz bei der Sache ist. Sie bringt die richtige Einstellung mit und wird gegen ihren Ex-Klub besonders heiß sein. Die Kritik von der Potsdamer Seite kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben den Wechsel fair abgewickelt und die Potsdamer frühzeitig über unser Interesse informiert. Wenn eine Spielerin weg will, muss man das akzeptieren. Das war beim Wechsel von Conny Pohlers nach Wolfsburg genauso.

Der FFC liegt nach acht Spieltagen auf Platz zwei, ist in Champions League und DFB-Pokal noch vertreten. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Durchwachsen. Wir haben alle unsere Ziele erreicht, aber bis auf die Heimspiele gegen Bayern München und in der Champions League keine hundertprozentige Leistung gebracht. Besonders die Niederlage in Freiburg war ärgerlich. Andererseits haben wir auch erst zwei Spiele verloren und können uns in allen Wettbewerben weiter gute Chancen ausrechnen.

Birgit Prinz hat im Angriffsspiel eine große Lücke gerissen. Kann man diese derzeit überhaupt schließen?

Das geht nur mit zwei oder drei Spielerinnen. In der Offensive sind wir dennoch gut aufgestellt. Lira macht vorne ordentlich Wirbel, ist aber ein ganz anderer Spielertyp als Birigt. Ana-Maria Crnogorcevic braucht sicher noch etwas Zeit, ist aber auf einem guten Weg. Dzsenifer Marozsán muss nach längerer Verletzungspause ihre Kräfte noch gut einteilen.zin

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