Weniger Technik, dafür mehr Kraft

Lukas Zarges will sich in der US-Fußball-Profiliga durchsetzen

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Will sich in der amerikanischen Fußball-Profiliga durchsetzen: Lukas Zarges aus Bad Homburg.

Bad Homburg - Vom SV Seulberg  in die amerikanische Fußball-Profiliga? Lukas Zarges  aus Bad Homburg will seine Chance nutzen.

Mit vier Jahren begann Lukas Zarges mit dem Kicken. Erste Station: Der SV Seulberg. Mittlerweile spielt der 23-jährige Bad Homburger für das Team der University of North Carolina  in Greensboro  und steht vor dem Durchbruch als Fußballprofi. Im Interview spricht er über seine Chancen und den US-Fußball.

Herr Zarges, wie lebt es sich so weit weg von der Heimat?

Man hat schon Heimweh, aber es hält sich in Grenzen. Meine Eltern besuchen mich ein, zwei Mal im Jahr, ansonsten gibt es ja noch das Internet. In den Taunus habe ich leider nicht mehr so viele Kontakte. Es ist nicht einfach, alle Kontakte beizubehalten wenn man fast drei Jahre in den USA ist. Viele meiner Freunde wohnen eher in der Frankfurter Gegend.

Von der C-Jugend  an durchliefen Sie alle Jugendmannschaften bei Eintracht Frankfurt. Welche Erinnerungen sind geblieben?

Es waren großartige acht Jahre, die ich bei der SGE erlebt habe. Besonderes an mein erstes Jahr in der U23 erinnere ich mich gerne. Da hatten wir eine super Mannschaft und es hat menschlich wie sportlich gepasst. Ich habe noch Kontakt zu früheren Mitspielern, die gute Freunde von mir geworden sind. Wenn ich zu Besuch bin, redet man auch über alte Geschichten. Der Verein bedeutet mir viel und ich hoffe, sie bleiben erfolgreich.

Wie kam es zum Schritt in die USA?

Mit der Eintracht war ich öfters beim Dallas-Cup. Da ist mein Interesse an diesem Land gewachsen. Mich faszinieren der Lebensstil und die unbegrenzten Möglichkeiten. Es gibt viele tolle Städte und der Umgang ist lockerer. Englisch war zwar anfangs nicht gut, aber die Leute haben mir geholfen. Ich habe Freunde gefunden und es macht Spaß hier zu leben.

Wie sieht der Alltag eines Fußball spielenden Ökonomie-Studenten in den USA aus?

Der Vormittag gehört dem Studium. Im nächsten Winter will ich meinen Bachelor-Abschluss machen. Training ist sechs Mal die Woche in den Abendstunden. An den freien Tagen oder zwischen Uni und Training erledigt man seine Hausaufgaben oder entspannt im Apartment.

Was unterscheidet den amerikanischen vom deutschen Fußball – auf und abseits des Feldes?

Auf dem Platz gibt es große Unterschiede. In den USA wird mehr auf Kraft und Athletik gesetzt. Der Fußball ist nicht so technisch wie in Europa. Die Uni-Teams haben etwa unteres Regionalliga-Niveau. In der Kabine ist es wie bei jeder Fußballmannschaft. Es wird viel geflachst und Musik gehört. Die Ansprachen in der Kabine dienen mehr der Motivation als taktischen Vorgaben.

Ist der Stellenwert seit dem guten Abschneiden der US-Nationalelf bei der WM gestiegen?

Im Vergleich zu den großen Sportarten wie Basketball, Football und Baseball hinkt der Fußball weiter hinterher. Aber bei der WM konnte man eine Euphorie erkennen. Allgemein wird der Fußball hier immer wichtiger.

Welche Ziele verfolgen Sie?

Ich will Profi-Fußballer werden. Wo ist egal. Aber die amerikanische Liga ist sehr reizvoll und ich werde in meinem letzten College-Jahr alles geben, um die Vereine zu überzeugen.

Und dann sehen wir Sie im Duell mit Steven Gerrard, Robbie Keane oder Kaka?

Es kommen immer mehr Superstars in die Liga, das macht es schmackhaft. In den nächsten Monaten könnte sich ein Probetraining bei den Seattle Sounders ergeben. Bekomme ich diese Chance, werde ich sie nutzen. zin

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