Löwen-Coach in seinen eigenen Worten über sein Team

Tim Kehler: Bestes Hockey in den Playoffs

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Tim Kehler schreibt im EXTRA TIPP über den Saisonverlauf.

Die reguläre Spielzeit verlief genau, wie ich es erwartet hatte. Mit gleich elf neuen Akteuren im Kader war mir bewusst, dass es einige Zeit dauern würde, bis die Spieler sich zur einer homogenen Einheit entwickeln und das neue System verinnerlichen.

Auch die harten körperlichen Ansprüche, die besonders in der Vorbereitungsphase der Saison erforderlich sind, forderten gerade in den ersten 15 Spielen ihren Tribut. Das Team kämpfte sich da aber wacker durch, und ich konnte einige positive Anzeichen und Fortschritte in der Mannschaft erkennen. Dafür war dann das Spiel der letzten acht Wochen der regulären Saison und danach in die Playoffs genau so, wie ich es mir von Anfang an vorgestellt hatte.

Mit Selbstvertrauen gegen die Pinguins

Wir waren im Wettbewerb angekommen, konnten mit den besten Teams der DEL2 mehr als gut mithalten. In den Playoffs spielten wir unser bestes Hockey der Spielzeit, hatten in der ersten Runde das Momentum auf unserer Seite. Wir trafen im Viertelfinale auf Ravensburg und damit auf ein Team, dem viele Experten vor der Saison die Favoritenrolle gegeben hatten, es als eines der Besten in der DEL2 eingestuft wurde. Wir fegten die als heimstark geltenden Towerstars in nur vier Spielen geradezu weg, vergrößerten die Siegesserie auf zwölf Erfolge am Stück. Dies gab uns eine Menge Selbstvertrauen für das folgende Halbfinale gegen Fischtown, den Meister des Vorjahres.

Schwäche am Bully war der größte Unterschied

Wie schon in der Hauptrunde, waren beide Teams in der Leistung und Kadertiefe dicht beisammen und die Serie wurde letztendlich in Spiel fünf entschieden. Wir lagen verdient in Führung, es waren nur noch vier Sekunden zu spielen, es gab ein Bully in unserer Verteidigungszone. Doch den Pinguinen gelang der perfekte Spielzug und das notwendige Tor, um sich in die Verlängerung zu retten. Der folgende Verlust dieses Spiel war am Ende entscheidend, wir konnten die Niederlage nicht schnell genug verwinden und verloren die Serie im Spiel sechs in Frankfurt. Das verlorene Bully in Bremerhaven mit einer eins zu 100 Chance für die Pinguine war typisch für unsere Mängel in dieser Serie.

Nick Mazzolini: Ein echter Leader 

Unsere Schwäche am Bullykreis war der größte Unterschied zwischen den beiden Teams. Fischtown dominierte dort und das erlaubte ihnen, den Großteil der Spielanteile in ihren Reihen zu steuern. Wir hatten in der abgelaufenen Saison eine Reihe von Spielern, die großartiges leisteten, so dass mir die Benennung des „Besten Akteurs“ schwer fällt. Nick Mazzolini war aber sicher einer von denen: In allen Belangen ein Leader, der in jeder Nachbetrachtung der Spiele auffiel. Er erzielte die wichtigen Tore und machte die um ihn besser, wenn er auf dem Eis stand. Richard Mueller führte die Torjägerliste der DEL2 in dieser Saison an, und für mich schaffte er den echten Durchbruch in Bezug auf seine torgefährliche Konstanz und die Fähigkeit, Spiele alleine zu entscheiden.

Patrik Vogl souverän in der Defensive

In der Verteidigung hat unserer Kapitän Patrik Vogl großen Anteil am Erfolg. Denn als er zu seinem Spiel etwa Mitte der Saison fand und stabilisierte, gelangen unserer Mannschaft die besten Matches. Dann hat uns die Ankunft von Goalie Antti Ore nach der Verletzung von Bryan Hogan natürlich sehr geholfen. Er gab unserer Abwehr mit seiner Ruhe und Professionalität in allen Bereichen des Spiels den notwendigen Rückhalt. Freude machte mir aber auch die Entwicklung einige unserer jungen Spieler, die wichtige Beiträge für unseren Erfolg leisteten.

Clarke Breitkreuz schmerzlich vermisst

Ich möchte hier stellvertretend Clarke Breitkreuz nennen, den wir so schmerzlich ab Spiel drei des Halbfinals vermissten, oder unseren Angreifer Dennis Reimer, sowie die Nürnberger Leihgabe Andreas Schwarz, der regelmäßig zu unseren Top-Sechs-Verteidigern zählte. Die DEL2 hat sich inzwischen zu einer Liga mit sehr hoher Qualität entwickelt, in der jede Mannschaft jedes andere Team schlagen kann, sie sorgt für gute Unterhaltung auf dem Eis und Spannung bei den vielen Zuschauern. So sage ich „Vielen Dank“ an all die wunderbaren Fans in Frankfurt für ihre Unterstützung in dieser Saison, wir sehen uns im September wieder!

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