Die Löwen kämpfen um den Aufstieg

+
Löwen-Stürmer Sven Breiter.

Frankfurt – Sein erstes Eishockey-Spiel hat Sven Breiter als kleiner Junge in Frankfurt gesehen. Für ihn war klar: „Ich will Eishockey-Spieler werden.“ Trotz der Körpergröße von 1,67 Meter ragt der 24-jährige Stürmer bei den Löwen heraus. Im Interview spricht er über die Saison und seinen Ordnungsdrang.

Herr Breiter, mit elf Siegen, einem Remis und fünf Niederlagen rangieren die Löwen auf dem zweiten Platz. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Wir haben eine gute Mannschaft zusammen, der noch etwas die Konstanz fehlt. Da schleichen sich auch mal ein oder zwei schlechtere Spiele ein. Aber insgesamt können wir mit unseren Leistungen zufrieden sein und spielen als Aufsteiger oben mit.

Was ist in dieser Saison noch möglich?

Zunächst wollen wir erstmal unter die besten Acht kommen. Unser großes Ziel ist natürlich eine Platzierung unter den Top vier und damit die Qualifikation für die Play-off-Runde. Da sind wir denke ich auf einem guten Weg.

Und der Aufstieg?

Das wäre der absolute Höhepunkt, zumal ich noch nie mit einem meiner Klubs aufgestiegen bin. Bislang hat es nur für einen Finaleinzug gereicht.

Ihr Ex-Klub Dortmund führt mit großem Abstand die Tabelle in der Oberliga-West an. Wie fällt der Vergleich beider Klubs aus?

Sportlich gesehen bewegen wir uns auf Augenhöhe. Dortmund liegt zwar klar in der Tabelle vorne, aber bei unserem Heimsieg hat man gesehen, dass wir an einem guten Tag auch solche Gegner schlagen können. Auch in Dortmund gab es vor der Saison einen großen Umbruch. Was die Fans angeht, ist Frankfurt in Deutschland absolute Spitze. Da können höchstens ein paar DEL-Klubs mithalten.

Sven Breiter lebt von den Emotionen auf dem Eis. Würden Sie dem zustimmen?

Ach, ich bin doch schon viel ruhiger geworden (lacht). Natürlich bin ich nach wie vor ein emotionaler Spieler. Früher war das aber schlimmer. Da habe ich wesentlich mehr Zeit auf der Strafbank verbracht. Mittlerweile habe ich das ganz gut im Griff.

Woran liegt das?

Vor allem an meiner Rolle auf dem Eis. Meine Aufgaben haben sich geändert. Bei meinen früheren Klubs habe ich öfters in der zweiten oder dritten Reihe gespielt, die über den Kampf kommt. Jetzt zähle ich zu den Führungsspielern, die eine Partie entscheiden können. Da trägt man mehr Verantwortung.

Dennoch lieferten Sie sich im Hinspiel gegen Ratingen – dem Kontrahenten am Sonntag – eine Keilerei mit dem gegnerischen Torwart. Wie kam es dazu?

Erst hat er mir die Beine weggezogen, dann einen Stockschlag verpasst. Und alles ohne Vorgeschichte. Da war dann auch bei mir die Grenze überschritten, und es kam zu einer Rangelei. Wer austeilt, muss auch einstecken können.

Im Umkreis der Mannschaft ist zu hören, dass Sie einen Ordnungsfimmel haben. Wie passt das zusammen?

Na ja, was heißt Ordnungsfimmel? Ich halte es in der Umkleide wie zu Hause und brauche meine Ordnung und Sauberkeit. Ich schaue eben, dass die Ausrüstung und Schläger im guten Zustand bleiben. Da kommt man schon mal als Letzter aus der Kabine.

Wie reagieren die Teamkollegen darauf?

Solange ich ihre Aufgaben mit erledige, haben sie natürlich wenig daran auszusetzen.

Ihr Vertrag gilt nur für diese Saison. Wie geht’s dann weiter?

Das ist noch völlig offen. Ich habe ein Fernstudium in Hamburg begonnen, dass ich unbedingt auch durchziehen möchte. Nach meiner Knieoperation im vergangenen Jahr muss ich sehen, wie lange ich noch spielen kann. Vielleicht noch ein oder zwei weitere Jahre. Deshalb ist es für mich wichtig, ein weiteres berufliches Standbein zu haben.  zin

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare