Ohne Biss

Löwen zeigen gegen Ravensburg schwächste Saisonleistung

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Arbeitsreicher Freitagabend für Frankfurts Torwart Bryan Hogan  (rechts). Er wurde später durch Henning Schroth ersetzt. Hier netzt Ravensburgs Andreas Farny  gegen ihn zum 1:4 ein.

Frankfurt  - Mit der schwächsten Saisonleistung und einer in dieser Höhe verdienten 3:7-Niederlage meldeten sich die Löwen Frankfurt nach vierwöchiger Heimspiel-Abstinenz bei den eigenen Fans zurück. Von Uwe Lange

Vor einer mit mehr als 5000 Besuchern auch deshalb großen Kulisse, waren die Schützlinge des kanadischen Coachs Tim Kehler  von Beginn an bemüht, ihrem entwöhnten Publikum gegen die Ravensburg Towerstars  gute und temporeiche Hockey-Kost anzubieten. Doch nach Lanny Gares´ frühem 1:0 (11. Minute) in Überzahl riss bei den Löwen unverständlicherweise völlig der Faden, zumal die Gäste noch im ersten Drittel durch einen strittigen Penalty zum Ausgleich kamen. Danach präsentierten sich die Frankfurter desolat, es fehlte der geordnete Spielaufbau, die Abwehr griff viel zu spät ein, die Stürmer versäumten es, ihre Kollegen in der Defensive zu unterstützen und luden das als eher auswärtsschwach geltende Team vom Bodensee zum munteren Tore-Schießen förmlich ein.

Richtig sauer: Löwen-Trainer Tim Kehler ist mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden.

Der Löwen-Doppelschlag am Ende der Partie durch die Tore zum 2:7 (Nick Mazzolini, 57. Minute) und 3:7 (Richie Mueller, 57. Minute) waren eher der Lässigkeit der schon zu siegessicheren Ravensburger zu verdanken. Löwen-Bändiger Tim Kehler war natürlich maßlos enttäuscht von seinen Mannen und nahm auch kein Blatt vor dem Munde: „Nur sechs oder sieben Minuten Hockey sind einfach viel zu wenig, dann folgten über 50 peinliche Minuten. Ich muss mich heute in aller Form für die dargebotene Leistung bei unserem treuen Publikum entschuldigen!“

James Jarvis löst seinen Vertrag auf

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Schon vor dem Match gegen Ravensburg hatte der Coach die Nachricht erhalten, dass Verteidiger James Jarvis  um die Auflösung seines Vertrages gebeten hatte, um ein lukratives Angebot aus der freien Wirtschaft in seiner kanadischen Heimat Ontario anzunehmen. Der 25-jährige Deutsch-Kanadier hatte in der letzten Saison maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Löwen in die Zweite Liga, bildete mit seinem kongenialen Partner Marton Vas ein fast uneinnehmbares Abwehr-Bollwerk in Oberliga-Zeiten. Der Architektur-Student wird für ein großes Konstruktions-Büro den Hockey-Schläger gegen Stifte und Schablonen tauschen.
Am Sonntag (17 Uhr) müssen seine Ex-Team-Kollegen nach Dresden, sinnen dort auf Revanche für die im Oktober erlittene und als peinlich empfundene Heimniederlage. Abseits des Eises beschäftigte die mannschaft um Kapitän Patrik Vogl die Tragödie der jungen StudentinTugce A. sehr, nicht nur weil die schreckliche Tat in unmittelbarer Nähe der Eissporthalle stattfand. So planen die Akteure der Löwen für das stets emotionale Hessen-Derby am kommenden Freitag (19.30 Uhr) gegen die Kassel Huskies  einige Aktionen, um auf die Zivilcourage der Gelnhäuserin hinzuweisen, die dafür viel zu früh ihr Leben lassen musste. Bewusst wurde dieses Spiel auserkoren, um zu zeigen, wo der Unterschied zwischen Kampf und Aggression ist, was Rivalität und Feindschaft unterscheidet, wo die Grenze der Härte zur Körperverletzung ist. Aber auch eine Spendensammlung der karikativen Hilfe „Weißer Ring Offenbach“ ist während des sicher ausverkauften Matches angedacht, die ähnlichen Kriminalitäts-Opfern und deren Angehörigen zu Gute kommen soll.

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