Qualifiziert fürs Playoff-Viertelfinale

Löwen Frankfurt krallen sich die Roten Teufel

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Der Frankfurter Justin Kirsch (links) lässt Bad Nauheims Harry Lange einfach stehen.

Frankfurt  - Was für eine Derby-Schlacht: Die Frankfurter Löwen bringen den Roten Teufel vom EC Bad Nauheim  eine empfindliche 1:5-Niederlage bei. Von Uwe Lange

Zwei Tage nach Aschermittwoch feierten die Fans der Löwen Frankfurt  erneut Fasching, denn im seit Tagen ausverkauften Colonel-Knight-Stadion von Bad Nauheim gab es einen triumphalen 5:1 (1:1; 2:0; 2:0) Derby-Sieg. Das Team aus der Mainmetropole ging etwas ersatzgeschwächt in die Partie, musste auf die verletzten Norman Martens und Thomas Ziolkowski  verzichten, ebenso auf die starke Nürnberger Leihgabe Marco Pfleger, der für seinen Stammverein in der Noris die Schlittschuhe schnürte. Die teuflischen Kurstädter erwischten den besseren Start, gingen mit dem ersten Überzahl-Spiel (3. Min.) durch ihren Torjäger Max Campbell  in Führung. Löwen-Coach Tim Kehler erkannte später die Wichtigkeit dieser Phase („In den ersten sechs Minuten ging es für uns ums Überleben“) und freute sich, dass seine zunächst zu passiven Löwen durch Marc Schaub  (11.) zum glücklichen Ausgleich kamen, als der junge Stürmer einen Konter durch die Schoner von Nauheims Keeper Jan Guryca gekonnt und abgeklärt abschloss.

"Bestes Drittel der gesamten Saison"

Abschnitt zwei sah aktivere und mutigere Frankfurter im Vorwärtsgang und besonders die routinierten Abwehrspieler vom Main im Mittelpunkt. Löwen-Verteidiger Marton Vas  fand zunächst (24.) die Lücke im Teufel-Dickicht und der Ex-Nauheimer Recke David Hajek  zeigte seinen früheren Kollegen kurz vor dem Pausenpfiff (38.) mit einem fulminanten Kracher in den Torwinkel die Schussqualitäten. „Dieses Drittel war wohl eines der besten in der gesamten Saison“ war der kanadische Übungsleiter der Südhessen ab diesem Zeitpunkt mehr als optimistisch ob eines positiven Spielausgangs für seine Farben. Das Schlussdrittel sah Löwen-Torjäger Richie Mueller  im Alleingang mit seinem 35. Saisontor (47.), als „Speedy Gonzales“ die Abwehr der Nauheimer stehenließ, ehe US-Boy Nick Mazzolini  (54.) die Überlegenheit seiner Frankfurter auch zahlenmäßig dokumentierte, als er einen Abpraller gekonnt verwertete.

Nach Sieg fürs Playoff-Viertelfinale qualifiziert

Mit diesem klaren und auch in der Höhe verdienten Derby-Erfolg sind die Löwen bereits vier Spieltage vor Ende der Runde für das Playoff-Viertelfinale direkt qualifiziert, streben nun auf Position vier liegend sogar das lukrative Heimrecht für die Meisterspiele an. Das würde nicht nur in einem eventuell entscheidenden siebten Match der Serie ein Heimspiel bedeuten, sondern auch weitere Einnahmen im hohen fünfstelligen Bereich, was besonders den Langener Geschäftsführer der Löwen, Stefan Krämer, sehr erfreuen dürfte. Der plant mit seinem Sportdirektor Rich Chernomaz schon jetzt die kommende Spielzeit, in der alle DEL2-Clubs erhebliche Mehrkosten im hohen fünfstelligen Bereich erwarten. So möchte die Ligen-Leitung bei den Schiris auf ein Vier-Mann-System bei allen Spielen umstellen, außerdem an beiden Toren mit der Einführung teurer Kameratechnik strittige Szenen ausschließen.

Doch zunächst gilt es die aktuellen Ziele zu verwirklichen, die mit vier Punkten aus den ausstehenden vier Begegnungen das angesprochene Heimrecht bedeuten würde. Sonntag erwarten die Löwen am heimischen Ratsweg (18.30 Uhr) die Lausitzer Füchse, die noch um den Platz an der Sonne kämpfen, den der Frankfurter Aufsteiger schon vorzeitig durch eine grandiose Saison eingenommen hat und den seine Fans zu einer verspäteten Karnevals-Party in Bad Nauheim nutzten.

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