Polizei nimmt Rowdies unter den Gäste-Fans fest

Löwen weiter nicht zu stoppen: 5:0-Sieg ohne vier Stammkräfte

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Frankfurts Marc Schaub (links) hat den Puck auf das Herner Tor, gehütet von Benjamin Voigt, geschlenzt. Doch landet sein Schuss in dieser Szene im Tor? Die Auflösung gibt’s ab Montagmittag auf www.extratipp.com.

Frankfurt – Auch der Herner EV konnte die Frankfurter Löwen in der Eishockey-Oberliga am Freitag nicht stoppen. Der überlegene Sieg gelang trotz des Ausfalls von vier Stammspielern und dem Einsatz von zwei Abwehrcracks im Sturm. Von Uwe Lange

Ein Grand ohne Vier ist selbst bei geübten Skatspielern ein oft risikobehaftetes Unterfangen. Nicht so für die Löwen Frankfurt beim heimischen Treffen gegen den Aufsteiger Herner EV. Das Ergebnis fiel mit dem 5:0 (2:0/2:0/1:0)-Erfolg klar zugunsten des Teams aus der Mainmetropole aus, dass somit weiterhin deutlich die Tabellenführung der Oberliga-West behauptet und dort mit inzwischen zehn Punkten Vorsprung einsam seine Kreise zieht.

Ohne ihre verletzten Stürmer Patrick Schmid und Roland Mayr, den an Grippe erkrankten Frederik Gradl und den an den DEL-Ligisten Wolfsburg für zwei Spiele ausgeliehenen Torjäger Clarke Breitkreuz, hatten die Löwen nur noch acht gelernte Stürmer im Kader, so dass die Abwehrrecken Nico Oprée und Tim Ansink zu Angreifern umfunktioniert wurden.

Die beiden jungen Akteure machten ihre Sache ausgesprochen gut, obwohl sie sich nicht unter den Torschützen der Frankfurter befanden, denn die hießen Manuel Neumann, Marc Schaub, David Cespiva, Chris Stanley und Nils Liesegang.

Sehr zur Freude der über 3.600 Zuschauer waren bei den Löwen endlich wieder Kapitän Stephan Kreuzmann und Stürmerstar Richard Mueller im Aufgebot, die wochenlang schmerzlich vermisst wurden.

Auch vom Gegner aus Herne wurde ein Spieler freudig begrüßt. Denn der letztjährige Torjäger der Löwen, der Slowake Jakub Rumpel, kehrte an die Stätte zurück, die er im April als Publikumsliebling verlassen hatte. Er konnte nach den 60 Minuten aber ebenso wie die anderen Herner Stürmer keine zählbaren Ergebnisse vorweisen, da deren offensiven Bemühungen spätestens vor dem von Schlussmann Braeden Johnson glänzend gehüteten Tor verpufften. Er wurde nach 40 Minuten von seinem fangenden Kollegen Björn Linda abgelöst, da Löwen-Coach Tim Kehler beiden Torhütern am Wochenende bei nur einem Spiel etwas Spielpraxis verschaffen wollte.

Der Trainer war dann auch mit dem Spiel seines Teams mehr als zufrieden und gab seinen siegreichen Kufencracks nach dem samstäglichen Auslaufen bis zum Dienstag trainingsfrei. „Herne war ein physisch starker Gegner, aber wir haben immer dagegen gehalten. Unsere Torhüter Johnson und Linda haben ein Sonderlob verdient, beide haben zu Null gespielt“. Kehler beschrieb damit charmant die etwas nickelige Gangart der Gäste, die der drohenden Niederlage mit einer eher robusten Spielweise zu begegnen versuchten. Höhepunkt der Reibereien war ein kurzer Faustkampf zwischen dem Herner Stürmer Nieberle und dem Frankfurter Verteidiger Neumann, bei dem der Löwe klarer Punktsieger blieb.

Noch undisziplinierter zeigten sich die mitgereisten Fans aus dem Ruhrpott, die zwar stimmgewaltig ihr Team unterstützten, aber wohl deren Spiel durch mitgebrachte Pyrotechnik etwas aufhellen wollten.

Die Polizei vermeldete noch am Freitagabend vier Festnahmen dieser Rowdies, die mit einer Anzeige zu rechnen haben.

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