Jetzt auf Platz fünf in der zweiten Eishockey Liga

Löwen Frankfurt entern das Piratenschiff von Crimmitschau

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Bissiges Duell zwischen den Löwen Frankfurt und den Eispiraten Crimmitschau: Hier kämpfen Richard Mueller (links) und Ty Wishart um den Puck.

Frankfurt - Mit einem 5:2 über die Eispiraten Crimmitschau feierte Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt den vierten Sieg in Folge und kaperte Rang fünf der Tabelle. Von Uwe Lange

Gut 4800 Besucher am Ratsweg sahen ein Spiel bei dem das Heimteam mit Torhüter Tyler Plante (Grippe) und Kapitän Patrik Vogl (Verletzung) erneut kurzfristig auf zwei seiner Leistungsträger verzichten musste. Der Gast begann stark, überraschte die Löwen schon nach nur 42 Sekunden, als Ersatzkeeper Henning Schroth den Puck passieren lassen musste. Die Löwen behielten aber die Ruhe, antworten doppelt durch ihren bis dahin besten Stürmer Kris Sparre (9./20.), ließen dabei sogar noch einige hochkarätige Chancen liegen, darunter einen Penalty durch Lukas Laub (14.), der am guten Ryan Nie im Eispiraten-Tor scheiterte. Im torlosen Mitteldrittel waren die Frankfurter ständig in der Vorwärtsbewegung, arbeiteten mit viel Druck Richtung Crimmitschau-Gehäuse, ließen aber klarste Gelegenheiten liegen.

Richard Mueller macht alles klar

Kurz kam unter den Zuschauern die Befürchtung auf, dass sich die Schludrigkeit später rächen könnte. So ging es anstelle eines klaren zwei bis drei Tore Vorsprungs mit dem knappsten aller Ergebnisse in den Schlussabschnitt. Und wirklich, die Großzügigkeit der Löwen rächte sich bald, denn die Eispiraten kamen früh (46.) zum Ausgleich, als in der Löwen-Abwehr ein riesiges Loch klaffte, deren Defensive einen eklatanten Stellungsfehler beging. Doch die Frankfurter ließen sich wenig beeindrucken, spielten ihre ganze Stärke und Routine aus, entschieden das Match binnen sechs Minuten. Zunächst traf Wirbelwind Richie Mueller in Überzahl (50.), als er glänzend freigespielt wurde. Dann ging Nils Liesegang auf und davon (52.), der schon seit Wochen in Bestform agiert, ehe Torjäger Mueller mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend (56.) alles klar machte, den hart erarbeiteten aber mehr als verdienten Arbeitssieg einfuhr.

Wichtiger Defensiv-Baustein könne fehlen

Mit seinen Akteuren zeigte sich auch Chefcoach Rich Chernomaz zufrieden. „Wir haben 50 Minuten richtig gut gespielt, aber zehn im zweiten Drittel zu kompliziert agiert, uns dort nicht belohnt“, sagte der Kanadier. Der Manager Chernomaz hatte jedoch eine eher durchwachsene Woche hinter sich, denn sein Vorhaben die Löwen-Abwehr umzubauen, entpuppte sich als Wunschdenken, da der Kandidat für die Defensive eine Stunde vor Transferschluss noch absprang. Löwen-Verteidiger Felix Thomas war aber zu diesem Zeitpunkt bereits Richtung Garmisch-Partenkirchen mit der Freigabe aus Frankfurt unterwegs, um beim dortigen SC Riessersee erneut anzuheuern, von denen er zu Saisonbeginn an den Main wechselte. „Verpokert“ nennt man dies wohl in der Sprache der Kartenspieler, da nun ein wichtiger Baustein der Löwen-Defensive fehlen könnte. Die muss sich heute ab 17 Uhr beim Spitzenreiter in Bietigheim bewähren, wo bekanntlich die Trauben mehr als hoch hängen, wie die drei Pleiten in den bisherigen Begegnungen belegen.

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