Derbysieg gegen die Teufel

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Löwe Branislav Pohanka (vorne) im Zweikampf mit Mike Schreiber.

Frankfurt – „Derbysiege sind schön“ sangen die gut 5500 Frankfurter Fans unter den mehr als 6300 Besuchern in einer Endlosschleife nach dem großen Hessen-Derby zwischen den gastgebenden Löwen und den Roten Teufeln Bad Nauheim. Von Uwe Lange

Der 4:2-Erfolg (1:1/0:0/3:1) der Frankfurter nach 60 spannenden Minuten bot attraktives Eishockey auf einem hohen Niveau, der weit über dem Standard sonstiger Oberliga-Partien lag. Für die Löwen trafen Brano Pohanka (2), Nils Liesegang und Sekunden vor Schluss auch Norman Martens in das zu diesem Zeitpunkt schon von Thomas Ower verlassene Gehäuse der Kurstädter und versetzte die Löwen-Anhänger in einen Taumel der Glückseligkeit. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ tönte es dann auch weiter von den vollbesetzten Rängen, denn durch den knappen Erfolg löste das Team von Trainer Frank Gentges den Erzrivalen als Tabellenprimus ab.

Besonders im Mittelpunkt des Interesses beider Fanlager stand der Deutsch-Kanadier Lanny Gare, der vor seinem Wechsel nach Frankfurt vier erfolgreiche Jahre in der Kurstadt verbrachte. Während die Nauheimer Szene ihn nun bei der Vorstellung im neuen Trikot mit Schmährufen bedachte, hat Gare in Frankfurt dagegen beste Aussichten, der neue König der Löwen zu werden. Von Beginn an sahen die Zuschauer ein temporeiches Match mit offenem Visier von beiden Seiten, dass den Tabellenzweiten aus Frankfurt zunächst mehr in der Vorwärtsbewegung sah, während der Erste aus Nauheim mit gut gesetzten Nadelstichen kontern wollte. Mit dieser Methode hatte Trainer Frank Carnevale schon beim ersten Spiel einen Teilerfolg erzielen können, als die Teufel die Frankfurter in die Knie zwangen und zwei Punkte mitnehmen konnten. Doch auch Löwen-Bändiger Gentges hatte aus dieser ersten Begegnung seine Rückschlüsse gezogen, setzte auf eine bessere und effizientere Chancenverwertung, ein noch konzentrierteres, variantenreicheres Überzahlspiel seiner Akteure und riet diesen, dafür selbst von der Strafbank fernzubleiben.

Derbysieg gegen Rote Teufel

Der körperbetonte Einsatz der Akteure gab teilweise schon einen kleinen Vorgeschmack für die von beiden Seiten angestrebten Play-offs im März, dem auch die Schiedsrichter Rechnung tragen wollten. Leider übersahen sie jedoch ein schweres Foul am Frankfurter U-20-Nationalspieler Steven Bär, der nach einem hohen Stock seines Gegners ins linke Auge vom Eis gebracht werden musste und nicht um eine Operation am Augapfel in der nächsten Woche kommen wird. Noch im Krankenwagen erkundigte sich der hoffnungsvolle Nachwuchscrack dauernd nach dem Zwischenstand aus der Eishalle, während die Ärzte um sein Augenlicht kämpften.  Am Ende des Abends jubelten aber die Frankfurter Fans und feierten noch lange nach dem Schlusspfiff mit stehenden Ovationen ihre Lieblinge ausgelassen, die obwohl müde dann nochmals zurück aufs Eis mussten.

Am Sonntag, 13. Januar, wollen die Löwen Frankfurt ihre Spitzenposition in Duisburg bei den Füchsen verteidigen, bevor dann der Tabellenvierte aus Krefeld am kommenden Freitag, 18. Januar, um 19.30 Uhr seine Visitenkarte am Ratsweg abgeben wird.

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