Frankfurt siegt in Crimmitschau mit 4:2

Löwen bringen Eispiraten zum Kentern

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Unordnung vor dem Tor der Eispiraten: Frankfurts Richard Mueller  (vorne links, in weiß) sucht die Lücke.

Frankfurt - Der so lang ersehnte Aufstieg in die DEL 2 ist perfekt! Die Löwen Frankfurt lösen dank des 4:2-Auswärtssiegs bei den Eispiraten Crimmitschau  als erstes Team das Ticket für den Aufstieg in die DEL 2. Von Uwe Lange

Am Donnerstagabend um 22.03 Uhr brachen im altehrwürdigen und kultigen Eisstadion „Sahnpark“ von Crimmitschau für Minuten alle Dämme. 21 Spieler der Löwen Frankfurt rannten auf ihren Torwart Björn Linda zu, um diesen mit lautem Gebrüll und Freudeschreien zu begraben. 22 Helme, über 40 Handschuhe und fast zwei Dutzend Schläger verteilten sich wahllos über die komplette Eisfläche. „Nie mehr Oberliga“ tönte es aus den Kehlen des soeben in die zweite Liga aufgestiegenen Teams, denen sich über 400 freudetrunkene Fans der Hessen lautstark anschlossen, die den weiten Weg nach Sachsen nicht gescheut hatten, um einen weiteren historischen Tag der Frankfurter Eishockey-Geschichte mitzuerleben.

Rekord: 49 Siege in Folge

Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren hatten die Lions, die Vorgänger der jungen Löwen, den bisher einzigen Titel und die Deutsche Meisterschaft in die Mainmetropole entführt. So sensationell der damalige Gewinn für die Lions war, so erwartet wurde der jüngste Erfolg der Mannen um Kapitän Stephan Kreuzmann. Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz  hatte seinem kanadischen Landsmann Tim Kehler  ein Team zur Verfügung gestellt, dass schon nach kurzer Zeit den Nachweis seiner Klasse erbrachte und von den Experten als sicherer Kandidat für den Aufstieg auserkoren wurde. 49 Siege in Folge gaben einen Eintrag ins Buch der Rekorde und die Gewissheit, mit diesem Team auch gegen die klassenhöheren Teams aus der zweiten Liga in den folgenden Aufstiegsspielen mehr als nur mithalten zu können.

Doppelpack von Marc Wittfoth

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Beim entscheidenden Match am Gründonnerstag in Crimmitschau zeigten die Kehler-Schützlinge eine fast perfekte Partie, welche durch die Tore durch Marc Wittfoth  (2), James Jarvis  und Norman Martens  gekrönt wurde. „Das erste Drittel von heute war das wohl beste meines Teams in dieser Saison“ sagte der 42-jährige Trainer überglücklich nach der Partie, nachdem er zuvor von seinen Jungs auf der eisigen Spielfläche durch die Luft geworfen wurde.
Die feierten schon in der Kabine überschwänglich, ließen zunächst den Rasierapparat  kreisen, um endlich die Bärte abzuschneiden, die in alter Eishockey-Tradition während der Playoff-Partien bis zur Erreichung des Ziels fast ins Uferlose wachsen. Auf der fast vierstündigen Busfahrt zurück nach Frankfurt wurde auch das ein oder andere Kaltgetränk zu sich genommen, was die Stimmung in der oberen Etage des Doppeldeckers von Minute zu Minute nach oben trieb.

Wiedersehen mit Bad Nauheim

„We are the champions“ war natürlich einer der Titel, den die Löwen zu vorgerückter Stunde stimmlich etwas eigenwillig interpretierten, während Helene Fischers´ „Atemlos durch die Nacht“ zumindest textlich eher deplatziert wirkte. In Frankfurt angekommen, empfingen um 3.50 Uhr an die 250 Anhänger die Party-Löwen, um denen mit Wunderkerzen und Gesängen ihr persönliches Dankeschön für eine wundervolle Spielzeit zu bekunden, die ihnen den erhofften Aufstieg in die DEL 2 bescherte während die Fans sich nun wieder auf alte Bekannte von Rosenheim über Landshut bis auf Bad Nauheim freuen dürfen.

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