Vor dem Spiel gegen Nürnberg

Lilien-Coach Dirk Schuster im Interview

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Dirk Schuster (rechts) sieht seine Lilien gegen Nürnberg in der Außenseiterrolle.

Darmstadt - Nächster Knaller für die Lilien in der Zweiten Liga: Am Montag empfangen die Darmstädter den Erstliga-Absteiger 1. FC Nürnberg. Über die Partie gegen den „Club“ spricht Trainer Dirk Schuster mit dem EXTRA TIPP im Interview. Von Jens Dörr

Nach zehn Spielen und 16 Punkten: Wie nahe kommt die Lilien-Realität einem Drehbuch, das Sie vor der Runde hätten schreiben dürfen?

Schon recht nahe. Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir mit dieser Punktzahl und allgemein unter diesen Umständen gegen Nürnberg spielen würden, hätte ich gesagt: Geil, das wäre absolut überragend!

Wie sehr schmerzen die sechs verlorenen Punkte in Ingolstadt, Berlin und Bochum?

Natürlich fühlen sich die verlorenen Punkte nicht gut an. Aber das ist in gewisser Weise das Lehrgeld, das du als Aufsteiger zahlen musst. Viele kannten die Zweite Liga bisher nur aus dem Fernsehen. Wir müssen jetzt die Fehler in Erfahrung ummünzen, dann wird uns das sicher nicht mehr so häufig passieren.

Mehr Fans auswärts und zuhause, neue und namhafte Gegner, in der Breite bessere Spieler, Lob von allen Seiten: Sind Sie derzeit im Trainer-Schlaraffenland?

Darüber denke ich gar nicht wirklich nach. Für mich geht es einzig darum, die Mannschaft mit meinem Trainer-Team bestmöglich auf die kommenden Spiele einzustellen, damit wir unserem großen Ziel – dem Klassenerhalt – weiterhin näher kommen.

Wie gehen jene ehemaligen Stammspieler - Benjamin Gorka, Milan Ivana, Michael Stegmayer, aber auch arrivierte Fußballer wie Ronny König und Patrick Platins - mit ihrer Reservistenrolle um?

Alle geben im Training hundert Prozent und lauern auf ihre Chance. Die Saison ist noch wahnsinnig lang, da werden alle Spieler noch sehr wichtig für uns werden. Derzeit herrscht bei uns ein großer Konkurrenzkampf, was für die Leistungsstärke unserer Mannschaft absolut förderlich ist. Als Trainer gehen wir mit diesen Spielern direkt, offen und ehrlich um. Alle wissen, dass sie stets die Chance haben, wieder in die Mannschaft zu rücken.

Wie sehen Sie die Rollenverteilung vor der Partie des SV 98 gegen den „Club“?

Das kann man ganz gut mit David gegen Goliath vergleichen. Wir sind brutaler Außenseiter, haben ganz andere Voraussetzungen als der Club. Aber wenn wir einmal mehr unsere Leistung zu hundert Prozent abrufen, haben wir eine realistische Chance, etwas mitzunehmen.

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