Jetzt steigt der Druck!

Talfahrt der Darmstädter Lilien

+
Nach dem 1:2-Nackenschlag gegen Kaiserslautern werden bei den Lilien Durchhalteparolen ausgegeben.

Region Rhein-Main – Die erhoffte Wende unter Trainer Dirk Schuster ist bisher für die Lilien ausgeblieben. Sie kassierten am Mittwoch ihre vierte Niederlage in Folge. Der Druck steigt!. Von Jens Dörr 

Am Mittwochabend setzte sich der Absturz des SV Darmstadt 98 in der 2. Fußball-Bundesliga fort: Das 1:2 im Nachholspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern war die vierte Niederlage in Folge. In den vergangenen 17 Spielen haben die Lilien nur einmal gewonnen. Die Wende unter Trainer-Rückkehrer Dirk Schuster blieb bislang aus. Am heutigen Sonntag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim ist der Druck sogar noch höher geworden.

Einer, der davon wenig wissen will, ist Rechtsverteidiger Markus Steinhöfer, der sich in diesen Tagen wie auch einige Teamkollegen und Coach Schuster in Durchhalteparolen übt. Der Außenspieler stellt dabei das Positive der Heimniederlage gegen das Schlusslicht heraus, etwa die relativ vielen Torchancen, die sich die Darmstädter erarbeiteten. „Wir machen daraus zu wenig Tore“, bemängelt er. Die Einstellung aber stimme: „Man kann uns nicht viel vorwerfen.“

Tatsächlich machten die Südhessen vor allem im ersten Abschnitt viel Druck, brachten nach der Pause aber nur noch wenig Konstruktives zustande. Im Übereifer wirkte mancher Versuch wenig durchdacht. Eine Steigerung gegenüber so manch einschläfernder Vorstellung unter Torsten Frings war aber zu erkennen.

Entsprechend reagierte nach der vierten Niederlage in Folge auch das Publikum. „Die Mannschaft ist intakt, auch mit den Fans“, sagt Steinhöfer und verweist darauf, dass dem Gang zur Jonathan-Heimes-Tribüne eher Aufmunterung als Demoralisierung folgte. „Wir gehen den Weg gemeinsam“, kündigt er an. „Wir sind enttäuscht, dass wir mit leeren Händen dastehen. Der Wurm ist drin, wir machen aber weiter. Man sieht ja, dass es uns nicht lähmt. Wir wissen um den Ernst der Lage, wir machen uns aber nicht verrückt.“ Die meisten Spieler seien lange genug dabei, um zu wissen, „dass es solche Phasen gibt“. Man könne sich nicht ewig mit dem Nackenschlag vom Mittwochabend aufhalten: „The show must go on!“

2. Bundesliga: Nürnberg auf der Pole-Position

Hanno Behrens (r) verwandelt seinen Elfmeter zum 1:0 Führungstreffer und bringt damit sein Team auf die Siegerstraße. Foto: Nicolas Armer
Hanno Behrens (r) verwandelt seinen Elfmeter zum 1:0 Führungstreffer und bringt damit sein Team auf die Siegerstraße.  © Nicolas Armer
Dresdens Spieler jubeln über das Tor des Tages zum 1:0 Sieg über Jahn Regensburg. Foto: Monika Skolimowska
Dresdens Spieler jubeln über das Tor des Tages zum 1:0 Sieg über Jahn Regensburg. © Monika Skolimowska
Braunschweigs Ken Reichel (l) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen den 1. FC Union Berlin mit Hendrick Zuck. Foto: Peter Steffen
Braunschweigs Ken Reichel (l) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen den 1. FC Union Berlin mit Hendrick Zuck. © Peter Steffen
Kiels Torwart Kenneth Kronholm (l) kommt vor Aues Malcolm Cacutalua an den Ball. Foto: Daniel Bockwoldt
Kiels Torwart Kenneth Kronholm (l) kommt vor Aues Malcolm Cacutalua an den Ball.  © Daniel Bockwoldt
St. Paulis Sami Allagui behielt im Schneegestöber die Übersicht. Foto: Armin Weigel
St. Paulis Sami Allagui behielt im Schneegestöber die Übersicht.  © Armin Weigel
Bielefelds Spieler jubeln nach dem Tor zum 1:0. Foto: Guido Kirchner
Bielefelds Spieler jubeln nach dem Tor zum 1:0.  © Guido Kirchner
Die Düsseldorfer um Oliver Fink (r) kamen gegen Levent Aycicek und die SpVgg Greuther Fürth nur zu einem 1:1. Foto: Roland Weihrauch
Die Düsseldorfer um Oliver Fink (r) kamen gegen Levent Aycicek und die SpVgg Greuther Fürth nur zu einem 1:1. © Roland Weihrauch

Damit die weitere Saison nicht zur Darmstädter Horrorshow wird, tut allerdings eine stabilere Defensive Not. Auch dem Letzten aus der Pfalz gestatteten die Lilien im eigenen Stadion ein halbes Dutzend bester Chancen, kassierten zuletzt dreimal in Folge zwei Gegentreffer und blieben in der gesamten Runde erst zweimal ohne Gegentor. Gut, dass Kapitän Aytac Sulu seine Gelbsperre abgesessen hat, zumal nun der Einsatz von Innenverteidigerkollege Romain Brégerie fraglich ist. Wenig Hoffnung darf man hingegen auf einen Einsatz des angeschlagenen Peter Niemeyer im zentralen Mittelfeld haben. Dort wird wohl wieder der Ex-Frankfurter Slobodan Medojevic auflaufen, der seine Zweitliga-Tauglichkeit am Böllenfalltor bislang noch nicht unter Beweis stellen konnte.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare