Schnellstes Spiel auf zwei Beinen

Lacrosse: Hockey der Lüfte immer beliebter

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Der SC 1880 Frankfurt ist in Frankfurt der einzige Verein, der Lacrosse anbietet. Inga Hupka (vorne) spielt sogar in der Nationalmannschaft.

Frankfurt – Lacrosse ist nicht so populär wie Fußball oder Handball, aber die Sportart wird immer bekannter. Beim SC 1880 Frankfurt spielt mit Inga Hupka eine Nationalspielerin mit. Von Ingrid Zöllner 

Vor rund zehn Jahren ist Inga Hupka zu Lacrosse gekommen. „Ich bin berufsbedingt nach Frankfurt gezogen und habe durch einen Bekannten die Sportart kennengelernt“, erzählt die gebürtige Kielerin. Da man in einer fremden Stadt am besten Menschen kennenlernt, indem man einem Verein beitritt, begann die heute 34-Jährige mit Lacrosse. „Es ist sicher außergewöhnlich, dass der nächste Lacrosse-Verein erst in Mainz sitzt“, begründet sie ihre Entscheidung für den exotischen Sport.

Geschicklichkeit und Kondition erforderlich

Ursprünglich stammt die Sportart aus Nordamerika. Pro Mannschaft sind zwölf Spieler auf dem Feld, jeder von ihnen hat einen Schläger, an dessen Ende ein kleines Netz befestigt ist. Mit einem gelben Hartgummiball, der etwas kleiner als ein Tennisball ist, werden Tore geschossen. „Es kommt dabei auf Geschicklichkeit an, weil man den Ball im Netz transportiert und ihn zum Mitspieler zielgenau passen sollte“, erklärt die Kapitänin. Gute Kondition ist ebenfalls nicht verkehrt, das Spielfeld ist so groß wie beim Fußball. Hupka mag Lacrosse, weil dabei Teamgeist groß geschrieben wird. Laut der Frankfurterin ist „Lacrosse das schnellste Spiel auf zwei Beinen“, weil der Ball bei einem Pass durchaus eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde erreichen kann.

„Lacrosse ist wie Hockey in der Luft“, versucht die Nationalspielerin die Sportart zu beschreiben. Die Spieler tragen alle einen Mundschutz, der ist Pflicht. „Es wird in Deutschland recht streng gepfiffen, damit es keinen Körperkontakt mit dem Schläger gibt“, erzählt Hupka. Seit der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr trägt sie zudem freiwillig eine Schutzbrille, nachdem sie sich dort durch einen heranfliegenden Ball die Nase gebrochen hat. „Man kann auch dünne, leicht gepolsterte Handschuhe tragen, damit man den Schläger besser halten kann“, sagt die Kapitänin, die einst als Jugendliche Leichtathletik in der Mannschaft und Siebenkampf betrieben hat.

Kaum Sponsoren

Es gibt wie in anderen Sportarten mehrere Positionen wie Tor, Verteidigung, Mittelfeld und Angriff. Sie selbst spielt als Verteidigerin. „Man fängt häufig in der Verteidigung an, ich möchte aber auch keine andere Position spielen. Natürlich kommt es vor, dass man Tore schießt, aber ich finde es schöner, wenn durch die Einheit der Mannschaft Tore fallen“, sagt die 34-Jährige. Drei Schiedsrichter überwachen das Spiel, das zweimal 30 Minuten dauert.

Trainiert wird in der Feldgerichtstraße auf dem Kunstrasenplatz. Die Saison dauert von September bis Juni. Drei- bis viermal in der Woche spielt Hupka Lacrosse. Vor zwei Jahren erreichte sie mit der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft eine richtig gute Platzierung. „Wir haben in Amsterdam Platz vier geschafft, was uns wirklich gefreut hat“, erzählt Hupka. Leider gebe es in dem Bereich so gut wie keine Sponsoren, das heißt, die Spieler müssen ihre Reisen zu den Meisterschaften selbst finanzieren. Mit der Mannschaft vom SC 1880 spielt sie in der Bundesliga West, in der 13 Teams mitwirken. Knapp 50 Vereine gibt es bundesweit.

Info:

Das nächste Heimspiel findet am Sonntag, 16. März, um 13 Uhr gegen Essen und um 15 Uhr gegen Düsseldorf statt. Wer sich für die Sportart interessiert – es gibt beim SC eine Mädchen-, Jungen-, Herren- und eine Damenmannschaft –, kann Hupka per Mail an inga. hupka@googlemail.com kontaktieren. Infos auch auf www.sc1880.de.

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