Euro-League-Vorschau

Krimi für Freiburg, Casting in Frankfurt

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Christian Streich

Frankfurt/Freiburg - Die Bundesliga-Sorgenkinder SC Freiburg und Eintracht Frankfurt stehen in der Europa League vor unterschiedlichen Aufgaben: die Vorschau.

Während die Breisgauer am Donnerstag wohl zwingend einen Sieg gegen den FC Sevilla (21.05 Uhr/Kabel1 und Sky) zum Weiterkommen benötigen, können die bereits für die K.o.-Phase qualifizierten Hessen ihre Aufgabe gegen APOEL Nikosia (19.00/Sky) mit einem B-Team locker angehen.

Die Vorweihnachtszeit war für Freiburgs Trainer Christian Streich schon als Kind alles andere als harmonisch. „Der war streng und hat mir gesagt, was ich alles nicht richtig gemacht hab“, berichtete der 48-Jährige lächelnd - über seine erste Begegnung mit dem Nikolaus.

Etwa 40 Jahre später wäre der Fußballlehrer über derartige Hinweise wohl äußerst froh. Denn nach monatelanger Schwächephase droht gegen Sevilla, das auf den verletzten Marko Marin (Oberschenkelblessur) verzichten muss, das endgültige Aus in der Europa League.

Selbst der fachlich hoch angesehene Streich scheint nicht mehr wirklich zu wissen, wo er noch ansetzen könnte. „Jeder Spieler probiert, so gut zu spielen, wie er kann“, sagte der Kult-Coach nach dem letzten Tiefschlag, dem 0:3 in der Liga gegen den VfL Wolfsburg: „Den Jungs ist tatsächlich kein Vorwurf zu machen.“ Alles weitere hört sich wie eine Entschuldigung von Streich an: „Es tut mir leid für unsere Zuschauer. Sie kommen immer wieder, sie stehen toll hinter uns, es gibt kein böses Wort - aber sie sehen nicht einmal einen Sieg.“

Gegen den spanischen Tabellensechsten mit dem deutschen Ex-Nationalspieler Piotr Trochowski braucht der Sport-Club wohl zwingend einen „Dreier“. Auf Schützenhilfe der bereits ausgeschiedenen Portugiesen von Estoril Praia gegen das mit Freiburg punktgleiche Slovan Liberec (beide 6) sollte im Breisgau niemand hoffen. Immerhin: Tabellenführer Sevilla ist bereits für die Zwischenrunde qualifiziert.

So wie auch die in der Liga seit zehn Spielen sieglosen Frankfurter. Trainer Armin Veh macht nur wenig Hoffnung auf eine rasche Genesung des Patienten. „Es gibt kein Pauschalrezept. Was wir können und was wir spielen, das ist ein riesiger Unterschied“, sagte Veh, der mit Blick auf die bittere 1:2-Heimpleite am vergangenen Wochenende gegen 1899 Hoffenheim sogar bedrückt feststellte: „Das hatte mit Bundesliga nichts zu tun.“

Das abschließende Gruppenspiel gegen die Zyprer will der 52 Jahre alte Trainer deshalb zum Casting nutzen. Da der Sieg in der Gruppe F nach vier Erfolgen und einer Niederlage (12 Punkte) bereits feststeht, wird beim Tabellen-15. der Bundesliga gnadenlos rotiert.

Und Veh erwartet im Spiel um die „goldene Ananas“, in dem es immerhin noch um die UEFA-Siegprämie (200.000 Euro) geht, insbesondere von seinen Bankdrückern ein Zeichen. „Man muss mir auch etwas anbieten in so einem Spiel. So, dass ich sage, an diesem oder jenem komme ich nicht vorbei“, sagte er.

Mindestens sechs Stammspieler sollen für das Bundesligaspiel am kommenden Sonntag bei Bayer Leverkusen geschont werden - darunter Torhüter Kevin Trapp, Kapitän Pirmin Schwegler und Bastian Oczipka. Dafür kommen im Duell mit dem Champions-League-Viertelfinalisten von 2011 Reservisten wie Torwart Felix Wiedwald, Stefano Celozzi und der zuletzt verletzte Marco Russ zum Einsatz. Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Freiburg: Baumann - Sorg, Höhn, Diagne, Günter - Ginter, Höfler - Fernandes, Kerk - Darida, Mehmedi. - Trainer: Streich

Sevilla: Varas - Coke, Cala, Fazio, Moreno - Cristoforo, Mbia - Reyes, Rakitic, Perotti - Gameiro. - Trainer: Emery

Schiedsrichter: Tony Chapron (Frankreich)

Frankfurt: Wiedwald - Celozzi, Zambrano, Anderson, Schröck - Flum - Kadlec, Lanig, Inui, Rosenthal - Lakic (Joselu). - Trainer: Veh

Nikosia: Pardo - Mario Sergio, Borda, Oliveira, Cabral - Vinicius, Morais - Charalambides, Solomou, Aloneftis - Manduca. - Trainer: Donis

Schiedsrichter: Stephan Studer (Schweiz)

sid

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