Ein Krifteler k(l)ickt sich zum Fußball-Champion

+
Kevin Santner an seinem Computer. Hier tritt er als Online-Fußballer gegen Spieler aus ganz Deutschland an. Den Pokal im Hintergrund hat er bei einer Europameisterschaft gewonnen, die Goldene Medaille rechts bekam er als Erstplatzierter der WM 2010 in Los Angeles.

Kriftel – Kevin Santner ist einer der besten Fußballer Deutschlands. Kennen werden ihn trotzdem die wenigsten. Denn sein Platz ist nicht auf dem Rasen in den großen Stadien, sondern vor dem Computer in Kriftel. Von Julia Renner

Früher hat er selbst draußen auf dem Platz gestanden und gespielt. „Aber dann hatte ich Probleme mit einem Knie“, sagt Santner. Mit 17 Jahren war also Schluss mit kicken. Freunde brachten ihn schließlich zum Online-Fußball Fifa. Sechs Jahre ist das jetzt her und in dieser Zeit hat der 23-Jährige nicht nur unzählige Turniere gewonnen – sondern auch mehr als 20.000 Euro Preisgelder kassiert.

Sein größter Erfolg bislang: Der Weltmeister-Titel 2010. Damals war er für eine Woche in Los Angeles, um gegen mehr als 100 Konkurrenten aus aller Welt anzutreten. Eine Goldmedaille und 10.000 Dollar Preisgeld brachte er mit nach Kriftel.

Doch nicht nur in den USA hat er sich bereits mit Online-Fußballern gemessen. Auch in Kopenhagen, Wien, Salzburg, Berlin und Köln hat er schon gespielt. Titel hat er dabei einige gewonnen: Deutscher Meister im Team und im Einzel, Europameister, Deutscher Pokalsieger. Bei der Weltmeisterschaft in China Anfang Dezember wird der Krifteler allerdings nicht antreten. Wegen der neu begonnenen Ausbildung blieb ihm kaum Zeit zum Üben. „Aber im nächsten Jahr will ich auf jeden Fall wieder dabei sein“, sagt der 23-Jährige.

Dann wird, wie vor jedem großen Turnier, vier- bis fünfmal pro Woche trainiert. Wenn kein wichtiger Wettkampf ansteht, gibt er etwa dreimal pro Woche per Cursor die Befehle zum Rennen und Schießen.

Nicht nur durch wichtige Meisterschaften verdient sich Kevin Santner etwas dazu. Auch in der Online-Bundesliga war er jahrelang dabei, stand sogar unter Vertrag und bekam dafür monatlich Geld. „Je nach Können gibt es dafür monatlich bis zu 3000 Euro“, sagt der Profi-Kicker. Können reicht allein aber nicht, um wie Santner zu den besten deutschen Spielern zu gehören. „Es gehört natürlich auch Talent dazu und ein gutes Reaktionsvermögen. Es gibt ein paar Kniffe, die man können muss. Online-Fußball ist ein Geschicklichkeitsspiel.“ Auch seine Erfahrung aus dem früheren realen Fußballspiel ist ihm dabei immer nützlich gewesen.

Ansporn sind für den jungen Mann nicht nur die Preisgelder, sondern auch die Titel, die es zu gewinnen gibt und die Länder, die er bei Turnieren im Ausland kennen lernen kann. Wo die Welt- und Europameisterschaften im nächsten Jahr stattfinden, weiß Kevin Santner noch nicht. Fest steht nur: Er will dann auf jeden Fall dabei sein.

Wer mehr über den Online-Fußballer Kevin Santner erfahren möchte oder Tricks von ihm lernen möchte, findet mehr Infos online auf www.esport.de und auf www.esl.eu/de/player/1653160. Dort kann man über das Gästebuch auch Kontakt zu dem Krifteler aufnehmen.

Kommentare