Auf dem Rad können ihn nur Pinkelpausen stoppen

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Vom Radfieber befallen: Der Extremsportler Thorsten Ruppe nimmt an der Wiederauflage des Spinning-Marathons in Dieburg teil.

Dieburg – Normalerweise bringt Thorsten Ruppe als Spinning-Trainer die Kunden des Dieburger Fitness-Treffs ins Schwitzen. Zwölf Stunden am Stück fuhr er dort Anfang 2011 durch – die Wiederholung ist für kommenden Samstag geplant. 24 Stunden am Stück saß Ruppe im vergangenen Jahr im Sattel. Von Jens Dörr

In Kelheim nahe Regensburg gelang dem 43-jährigen Extremsportler und Unternehmer 2011 diese ungewöhnliche Ausdauerleistung. Im Gegensatz zu den meisten 24-Stunden-Rennen gab es dabei keine Ablösung für Ruppe: Er saß einen Tag lang im Sattel, unterbrochen einzig durch wenige Sekunden lange Pinkelpausen. Am Ende erreichte er nach fast unglaublichen 707 Kilometern auf dem Drahtesel beim Kelheimer 24-Stunden-Rennen Platz sieben. „Es war ein 17,6 Kilometer langer Rundkurs – ziemlich flach, wenn ich ihn mit dem Nürburgring vergleiche, wo ich ebenfalls schon 24-Stunden-Rennen absolviert habe“, blickt Ruppe zurück. Die 23-Kilometer-Schleife am Nürburgring hat 530 Höhenmeter. In der Eifel wurde er 2006 und 2009 Dritter im Team.

Leistungen, die nicht über Nacht möglich sind. Seit 1987 ist der Langstädter „begeisterter Radsportler“, wie er es formuliert. Was ihm nicht in die Wiege gelegt wurde: „Vor dem Abitur habe ich nur gegessen und geangelt, da war ich sogar übergewichtig“, erinnert er sich. „Am Anfang konnte ich nicht mal bis nach Groß-Umstadt fahren.“ Ein Freund, Matthias Breitwieser, habe ihn zum Radfahren gebracht.

Einmal vom Fieber befallen, steckte Ruppe sich immer höhere Ziele. „Irgendwann bin ich dann mal in drei Tagen nach Wien gefahren, rund 800 Kilometer. 2009 war ich neun Tage lang in den Alpen unterwegs, bin in diesem Zeitraum 1400 Kilometer gefahren und habe 34.000 Höhenmeter absolviert.“

Kommenden Samstag, 14. Januar, wird Thorsten Ruppe zwischen zehn und 22 Uhr im Fitness-Treff wieder ununterbrochen im Sattel sitzen und sich keinen Zentimeter voranbewegen. Das ist beim Spinning, dem in Fitness-Studios immer beliebteren „Radeln auf der Stelle“, nun mal so.

Während der Extremsportler bei den 24-Stunden-Rennen meist auf sich allein gestellt ist und schweigend in die Pedale tritt, unterscheidet sich der Spinning-Marathon in Dieburg in dieser Hinsicht klar: Dort ist Ruppe unter wummernden Bässen auch als Motivator gefragt. Wer bei dem Spinning-Marathon im Dieburger Fitness-Treff mitmachen möchte, kann sich unter Telefon (06071) 1458 informieren.

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