Der Herr des Hügels

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Nicht ohne meinen Helm: Downhill-Ass Dominik Mai.

Münster – Fürs Rad lebt er, mit dem Rad arbeitet er: Dominik Mai aus Münster verdient sein Geld im Fahrrad-Laden Baisikl in Groß-Zimmern. Was übrig bleibt, gibt er für sein Hobby aus: Der 21-Jährige ist passionierter Downhill-Fahrer. Von Jens Dörr

Man könnte ihn auch Bergabfahrer nennen. Oder ein kleines bisschen irre, schaut man sich die halsbrecherischen Touren über Stock und Stein in rasantem Tempo an.

Doch Mai ist bislang gut davon gekommen: „Ich hatte nur einen Schlüsselbeinbruch und einige Prellungen“, sagt er.

Mit 15 Jahren machte er bei Baisikl ein Praktikum, Kollegen nahmen ihn damals mit zum Mountainbiken. Auf dem Rad probierte er alles aus, „Rennrad ist aber nicht meins“, gibt er zu. Und ergänzt: „Wenn ich mich mal zu Tode stürze, dann beim Downhill-Fahren.“

Über Stock und Stein

Der 21-Jährige will Weltcup-Luft schnuppern.

Die Bergabfahrt ist ein Risiko-Sport. „Es kommt auf jeden Zentimeter an, nebenan kann schon die Wurzel warten“, sagt Dominik Mai. Mit bis zu 1400 Watt Leistung tritt er in die Pedale. „Bei den Deutschen Meisterschaften kommt es auf Hundertstelsekunden an“, weiß er.

Seit 2007 fährt er Rennen, 2012 wird er erstmals im europäischen Ausland fahren. Dieses Jahr ist Mai bereits in die Top Ten der Bundesrepublik gerast, an Hobbyrennen hat er auch so ziemlich alles gewonnen. „Die deutsche Spitze ist aber noch weit weg“, blickt er auf die Schnellsten. Von den internationalen Profis ganz zu schweigen. Im kommenden Jahr darf und will er aber erstmals Weltcup-Luft schnuppern. Die Berechtigung für die Teilnahme sicherte er sich durch seine guten Leistungen hierzulande.

Freeride ist seine Leidenschaft

In jedem Training wie Wettkampf gilt es, diverse Hindernisse der Bergabfahrt mit dem 10.000 Euro teuren Rad mit Carbonrahmen zu meistern. Das Gelände ist grob, mit Wurzeln, Steinen, weichem wie hartem Untergrund. Eine gute Federung ist dabei unabdingbar. Eingebaut werden Sprünge, die die Fahrer teils 20 Meter durch die Luft sausen lassen. Geschwindigkeiten von 70 Stundenkilometern und mehr sind drin.

Am Wochenende geht es zum Training. Da Downhill-Strecken rar gesät und Bike-Parks nur bedingt zum Üben für die Spitzenfahrer geeignet sind, stehen oftmals lange Autofahrten vor dem Ritt im Sattel.

Wer sich für den Sport interessiert, Mai gibt gerne Tipps unter der Telefonnummer (06071) 496860.

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