Klandt: „Wir müssen immer am Limit spielen“

Frankfurt – Wenn über das Frankfurter Fußball-Hoch geredet wird, darf sich nicht nur die Eintracht angesprochen fühlen. Auch der FSV sorgt für positive Schlagzeilen. Nach neun Spieltagen belegt der Zweitligist den siebten Rang, schnupperte sogar an den Aufstiegsrängen.

Zuletzt lief es nicht mehr ganz so rund. Torhüter Patric Klandt spricht mit dem EXTRA TIPP über den guten Start, Probleme im Spielaufbau und die zurück gewonnene Heimstärke. Am Sonntag (13. 30 Uhr) gastieren die Bornheimer bei Union Berlin.

Herr Klandt, am Dienstag musste Nationaltorhüter Manuel Neuer in den letzten 30 Minuten vier Mal hinter sich greifen. Fühlt man da mit dem Kollegen?

Das ist schon sehr bitter, wenn man 60 Minuten klar die bessere Mannschaft ist, 4:0 führt und schon wie der sichere Sieger aussieht. Auch für den Torwart, der bis dahin eigentlich beschäftigungslos war.

Haben Sie etwas Ähnliches schon erlebt?

Ja, das war in der vergangenen Saison. Da haben wir im Heimspiel gegen St. Pauli nach 20 Minuten 3:0 geführt. Am Ende hieß es 3:3 und wir mussten froh sein, überhaupt einen Punkt mitgenommen zu haben. Solche Spiele sind aber doch sehr ungewöhnlich.

Der FSV steht bislang so gut da, wie es ihm nur wenige zugetraut haben. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz nach neun Spielen aus?

Wir sind sehr gut in die Runde gestartet und haben gleich viele Punkte geholt. Mit den ersten sechs Spielen können wir zufrieden sein. Dann lief es nicht mehr so rund.

Warum stotterte der Motor in den letzten drei Partien mit nur einem Pünktchen?

In diesen drei Spielen haben wir nicht gezeigt, was wir können. Wir müssen immer am Limit spielen, um erfolgreich zu sein. Zudem hat uns in Köln etwas das Glück gefehlt. In Aalen sind wir gleich in Rückstand geraten und mussten dann das Spiel machen. Das liegt uns nicht so. Außerdem sind wir dort zu pomadig aufgetreten.

Ihre Mannschaft hat sich ein komfortables Punktepolster auf die Abstiegsränge aufgebaut. Was zeichnet den FSV in dieser Saison aus?

In der Abwehr stehen wir sehr kompakt und schalten schnell nach vorne um. Unser Spiel ist nicht so sehr auf Ballbesitz ausgerichtet, sondern auf zielstrebige Aktionen. Das ist die Philosophie des Trainers. Und die ist bislang gut aufgegangen.

In der Vorsaison lag der FSV in der Heimtabelle auf dem vorletzten Platz. In dieser Spielzeit gab es in vier Spielen drei Siege und ein Remis. Wie ist das zu erklären?

Eine einfache Erklärung dafür habe ich auch nicht. Nach den ersten Erfolgserlebnissen wächst auch das Selbstbewusstsein. Wir sind zuhause noch ungeschlagen, das ist natürlich auch in den Köpfen drin. Und wir haben Edmond Kapllani, der viel im Angriff arbeitet und Spiele entscheiden kann.Wohin geht der Blick in der Tabelle? Nach oben oder doch eher nach unten? Wir sind von der Qualität her keine Spitzenmannschaft, da machen wir uns nichts vor. Mit Mannschaften wie Hertha oder Kaiserslautern können wir uns nicht messen. Die werden mit Eintracht Braunschweig bis zum Ende oben stehen. An einem guten Tag können wir aber gegen alle Teams bestehen. Das haben wir schon gezeigt.

Wie beurteilen Sie Ihre Leistung?

Bislang lief es ordentlich. Ich denke, ich habe der Mannschaft als Rückhalt die nötige Sicherheit gegeben.

Am Sonntag steht das Spiel bei Union Berlin an. Mit welchen Erwartungen reisen Sie in die Hauptstadt?

Union ist hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Sie haben eine hohe Qualität und hohe Ziele. Es wird kein einfaches Spiel, aber wir wollen dort etwas mitnehmen. zin

Kommentare