Jetzt geht´s gegen Hoffenheim

Der OFC tischt wieder Delikatessen auf

+
Enrico Valentini (links) und Silvano Varnhagen vom Karlsruher SC können Offenbachs Benjamin Pintol nicht stoppen. Sein Treffer in der 62. Minute sorgte für den Einzug der Kickers ins DFB-Achtelfinale.

Offenbach  - Leidenschaft, Kampfkraft, Siegeswille zeichnen zurzeit den OFC aus. Selbst Kritiker müssen eingestehen, dass es sich nicht nur um einen zufälligen Lauf der Kickers handelt, die die Tabelle in der Regionalliga Süd anführen und ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen sind. Von Peppi Schmitt 

Es ist schon mehr als ein kleines Fußballwunder, was sich da oben auf dem Bieberer Berg  in Offenbach abspielt. Die Kickers erleben eine sportliche Renaissance, die niemand erwarten konnte. Mitten im tiefen Herbst ist der OFC nicht nur klarer Tabellenführer der Regionalliga Südwest mit berechtigten Aussichten auf Aufstiegsspiele in die dritte Liga, sie stehen auch zum dritten Mal in den letzten vier Jahren im Achtelfinale des DFB-Pokals. Und dürfen sich nun auf ein Heimspiel gegen den Eintracht-Besieger Borussia Mönchengladbach  am 3. oder 4. März freuen. So ganz nebenbei bringt der Einzug in die nächste Runde auch etwas mehr als eine halbe Million Euro in die nach wie vor schmale Kasse.

Der OFC spielt stabil und erfolgreich

Beim 1:0-Pokalsieg unter der Woche gegen den Karlsruher SC  haben die Offenbacher mit ihrem Trainer Rico Schmitt  eine erste Reifeprüfung erfolgreich abgelegt. Sie waren dem Zweitligisten nämlich in vielen Phasen des Spiels deutlich überlegen, haben nicht nur die selbstverständliche Leidenschaft und Kampfkraft eingebracht, sondern auch taktisch und spielerisch überzeugt. Wer zuletzt bei manch knappen Sieg in der Liga noch von einem eher zufälligen „Lauf“ gesprochen hatte, wurde eines besseren belehrt. Der OFC 2014 spielt stabil und vor allem erfolgreich.

Vor einem Jahr stand Schmitt auf der Abschussliste

Nach dem Pokal-Highlight ist es vielleicht ganz gut, dass der nächste Gegner in der Regionalliga TSG 1899 Hoffenheim heißt. Es ist zwar nur die zweite Mannschaft des Bundesligisten, aber alleine der Name dürfte helfen, einer Unterschätzung vorzubeugen. Es wird die Kunst des Trainers sein, den Pokal wieder aus den Köpfen seiner Spieler zu bringen und den Fokus auf die Partie in Hoffenheim zu richten. Bislang aber hat Rico Schmitt immer die richtigen Worte gefunden. Und so ist der Trainer, der lange Zeit so umstritten war am Bieberer Berg, vielleicht der größte Gewinner der letzten Monate. Vor einem Jahr wurde offen über eine mögliche Entlassung des Trainers spekuliert, heute geht es nur noch darum, wann und für wie lange Schmitt seinen Vertrag verlängert. Seit der Auftaktniederlage in Pirmasens sind die Offenbacher auf Kurs, haben 13 Liga- und zwei Pokalspiele in Folge nicht mehr verloren. Das ist ein Pfund, mit dem der OFC wuchern kann. Die Spieler fahren mit breiter Brust nach Hoffenheim, voller Selbstvertrauen.

Mannschaft tritt als Einheit auf

Warum der OFC sportlich so durchstartet, dafür haben selbst die Verantwortlichen noch keine wirklich schlüssige Erklärung gefunden. Womöglich liegt es daran, dass da einfach ein Team auf dem Platz steht, eine Mannschaft, die als Einheit auftritt, ohne Stars, ohne persönliche Eitelkeiten, so der Trainer. Und genau auf diese Geschlossenheit setzt der Trainer auch in Zukunft. Angesprochen auf mögliche Verstärkungen im Winter, hat er energisch abgewunken und versichert, daran „nicht eine Sekunde“ gedacht zu haben. „Wir vertrauen den Spielern, die wir haben, hundertprozentig“, sagte Schmitt, „wir können doch nicht immer Leistungen fordern, die dann auch gebracht werden, und dann neue Spieler holen“.  

Finanzkrise noch nicht überwunden

Es bleibt also beim aktuellen Kader. Denn im Moment passt alles zusammen in Offenbach, auch das Publikum hat seine Liebe zum OFC wieder entdeckt. Nach Jahren der sportlichen Magerkost, gibt es nun wieder die eine oder andere Delikatesse zu sehen. Dabei wird keiner abheben, denn die Auswirkungen der Finanzkrise und der sportliche Absturz in die Viertklassigkeit sind ja noch längst nicht überwunden. Doch die Kickers sind auf einem guten Weg.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare