Entspannung in der Trainerfrage beim OFC

Rico Schmitt schafft Fakten auf dem Platz

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Kickers-Trainer Rico Schmitt feierte nach dem 2:0 über Freiburg auf dem Zaun mit den Fans.

Offenbach  - Die Kickers können entspannt zum Spiel am Sonntag nach Kassel reisen. In der Frage um den Trainer herrscht auch erstmal Ruhe. Von Peppi Schmitt 

Er war eigentlich schon entlassen, nicht nur in den spekulierenden Medien, sondern auch vom Präsidium des Vereins: Trainer Rico Schmitt schien bei den Offenbacher Kickers  nur noch ein Auslaufmodell, die Trennung spätestens im Sommer beschlossene Sache. Mitglieder des Präsidiums sollen Schmitt von der bevorstehenden Trennung nach der Saison sogar schon in Kenntnis gesetzt haben. Damit haben sie freilich ihre Kompetenz überschritten, denn nach wie vor entscheidet beim OFC bis zum Abschluss des Insolvenzverfahrens alleine der Insolvenzverwalter.

Schmitt hat Taten sprechen lassen

Das Präsidium muss also noch ein paar Wochen warten, voraussichtlich bis Juni, bevor es wirklich handlungsfähig wird. Schmitt ist ein Kämpfer und ließ sich von den Querschüssen nicht verrückt machen. Er zog sein Ding durch, konzentrierte sich auf die Arbeit mit der Mannschaft. Er ist bis heute keine Kompromisse eingegangen im Streit mit dem Präsidium des OFC, das nach der Winterpause mit Alfred Kaminski  einen Sportdirektor installiert hatte, ohne den Trainer in diese Entscheidung einzubinden. Schmitt hat Taten sprechen lassen. Zuletzt ist der OFC sechsmal ungeschlagen geblieben, hat die Abstiegsgefahr in der Regionalliga Süd längst gebannt, ganz egal wie das Spiel am Sonntag beim KSV Hessen Kassel auch ausgeht.

Ganz entspannt ins Aue-Stadion nach Kassel

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Ganz entspannt können die Offenbacher ins Aue-Stadion reisen. Zudem haben sich die Offenbacher mit dem Sieg gegen den klassenhöheren SV Wehen Wiesbaden für die erste DFB-Pokalrunde qualifiziert, was auch für einen finanzielle Entlastung sorgt. Nach dem letzten Erfolg in der Liga gegen den SC Freiburg (2:0) hat der 45 Jahre alte Kickers-Trainer die höchsten Weihen der Fans empfangen:
Auf dem Zaun vor der Gegentribüne ließ er sich feiern. Und nun ist gar nicht mehr so sicher, ob Schmitt im Sommer wirklich gehen muss. Es gibt Anzeichen für eine Annäherung der Parteien mit den unterschiedlichen Auffassungen über die Zukunft des Klubs. Hier der Profitrainer, der den Erfolg der ersten Mannschaft, also seiner Mannschaft, als wichtigste Voraussetzung für eine weitere Gesundung ansieht. Da das Präsidium, das natürlich auch den Erfolg will, dabei aber unter anderem mehr auf den eigenen Nachwuchs setzen will. „Mit meinem Konzept waren wir bisher sehr erfolgreich“, sagt der Trainer selbstbewusst.

Kaminski: "Es hat Gespräche gegeben."

Nachdem es einige Zeit so ausgesehen hatte, als seien dem Präsidium im kleinen internen Machtkampf die Erfolge der Mannschaft gar nicht mal so recht, gibt es inzwischen auch versöhnliche Töne aus Richtung des Vereins zum Trainer, dessen Vertrag offiziell noch bis zum Sommer 2015 läuft. Sportdirektor Kaminski hat nun in der Offenbach-Post widersprochen, es herrsche Sprachlosigkeit zwischen dem Trainer und ihm. „Es hat umfassende Gespräche gegeben“, sagt Kaminski, „wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt.“ Präsident Claus-Arwed Lauprecht  hat in einer offiziellen Erklärung angekündigt, man werde Schmitt „betreffend gemeinsamer Saisonplanung 2014/15 und langfristiger Strategie“ zu einem Gespräch einladen. Hört sich zunächst einmal nach einer Chance zur Versöhnung an, könnte aber auch nur ein Burgfrieden sein. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob wirklich auf beiden Seiten Bereitschaft zur Zusammenarbeit besteht.

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