Trotz Spielpause viel los bei den Kickers

OFC will jungen Amateuren eine Chance geben

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Trainingsauftakt bei den Kickers: Stefano Maier (links) prüft Neuling Mathias Neugebauer vom RSV Weyer.

Offenbach – Die Offenbacher Kickers nutzen die lange Pause, um ihre Personalsituation zu ordnen. Vor allem der Abgang von Leistungsträger Klaus Gjasula wiegt schwer. Von Peppi Schmitt

Während die Bundesliga nur zwei Wochen Pause macht und die Vorbereitung bei den meisten Clubs auch nur drei Wochen dauert, ist in der Regionalliga und den Ligen darunter alles anders. Im Grunde beginnt Ende Februar eine neue Saison. Die Pause hat dann fast drei Monate gedauert. Auch für die Offenbacher Kickers keine einfache Zeit, muss die Zeit doch sinnvoll überbrückt werden.

50.000 Euro Ablöse für Klaus Gjasula

Das nächste Pflichtspiel des OFC findet am Wochenende 26. bis 28. Februar bei der zweiten Mannschaft des SC Freiburg statt. Die lange Winterpause, die bei der derzeitigen milden Witterung eher unnötig erscheint, hat freilich auch seine Vorteile: Die Trainer haben ausreichend Zeit und Gelegenheit, um Dinge zu verändern, zu verbessern, sich gut vorzubereiten auf den zweiten Teil der Saison.

Beim OFC sind sie erst einmal dabei, die Personalsituation wieder neu zu ordnen. Mit Abwehrspieler Klaus Gjasula, der sich dem Drittligisten Stuttgarter Kickers anschließt, und dem offensiven Mittelfeldspieler Devann Yoe, dessen Ziel unbekannt ist, haben sich zwei Spieler verabschiedet. Während dies bei Yao kein ganz so großer Verlust sein dürfte, der gebürtige Amerikaner mit französischem Pass, hat nur vierzehn Einsätze vorzuweisen und war dementsprechend keine Stammkraft, könnte der Verlust von Gjasula doch deutlich schwerer wiegen. Er war eine der Stützen des Teams, einer der wichtigsten Spieler überhaupt. Angeblich haben die Offenbacher für den Mann, der seit einem Jochbeinbruch auch aus Aberglaube mit einem schützenden Helm gespielt hat, 50.000 Euro als Ablöse bekommen.

Kickers suchen neue junge Talente

Trainer Rico Schmitt steht also wieder einmal vor der Aufgabe, vieles neu zu ordnen. Dabei hofft er, dass einige der verletzten Spieler bald und topfit zurückkehren. An den ersten Trainingstagen im neuen Jahr haben mit Sascha Korb, Marcel Gebers, Thomas Franke, Matthias Schwarz, Fabian Bäcker, Benjamin Pintol, Steven von der Burg und Dennis Schulte gleich acht Spieler hauptsächlich Lauftraining absolviert. Der Rest der Mannschaft ist bei diversen Hallenturnieren im Einsatz. Für den Trainer wird aber wichtiger sein, wie er seine Mannschaft verstärken kann. Vor allem für Gjasula muss Ersatz her. Der OFC geht bei der Suche dabei wieder ungewöhnliche Wege. Seit einigen Jahren gibt es das Projekt „(wieder) entdeckt“ mit dessen Hilfe Fußballern, die es bislang noch nicht von den Amateuren in den Profifußball geschafft haben, eine Chance geboten werden soll, sich ihren Traum vom Fußballprofi zu erfüllen. Unter anderem die ehemaligen Nationalspieler Thomas Häßler und Christian Ziege haben dafür einige Spieler gesichtet. Bei einem Spiel dieser Gruppe fiel noch vor Weihnachten OFC-Coach Schmitt ein Trio besonders auf. Michael Busch (18, Mittelfeld, SpVgg SV Weiden), Matthias Neugebauer (Mittelfeld, RSV Weyer) und Exaucé Andzouana (22, rechter Verteidiger, zuletzt Preußen Münster II) stammen alle aus dem Projekt und dürfen nun mit trainieren. „Sie sind es wert, dass man ihnen einen Chance gibt“, sagt Schmitt. Doch natürlich schauen sich die Offenbacher auch auf dem normalen Spielermarkt um.

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