Keine Warteschlange: VIP-Behandlung für Amateure

+
Mannschaftsarzt Robert Gorzolla verarztet Philipp Collot (rechts), Bundesliga-Hockey-Spieler des SC Frankfurt 1880 in der Main-Taunus Privatklinik in Bad Soden.

Bad Soden – Eine Minibar, ein Flachbildfernseher und kabelloses Internet: Wenn sich die Hockey-Spieler des SC Frankfurt 1880 verletzen, werden sie direkt in einem großräumigen VIP-Zimmer der Main-Taunus Privatklinik untergebracht. Von Angelika Pöppel

In Bad Soden sind die Mitarbeiter für den Bundesligakader rund um die Uhr zur Stelle. „Die Spieler werden an den Warteschlangen vorbeigeschleust, sagt Klinik-Chef Helmuth Hahn-Klimroth.

Die Suite in der Main-Taunus Privatklinik für besondere Gäste.

Erster Ansprechpartner für die Spieler ist und bleibt Robert Gorzolla, der selbst in dem Verein spielte. Nach drei Schulterverletzungen beendete Gorzolla seine Laufbahn bei den Hockey-Herren. Bereits seit vier Jahren macht er die jungen Amateure als Mannschaftsarzt wieder fit für das Feld.

Erster Patient in der Privatklinik war AbwehrspielerPhilipp Collot, dem beim Auswärtsspiel gegen Hamburg ein Stück Fingerknochen absplitterte. Auch in Hamburg, beim Spiel um den Einzug in die Endrunde bei der Deutschen Hallenhockey-Meisterschaft, war der Arzt vor Ort. „Die Spiele lassen sich zum Glück gut mit meinem Dienstplan vereinbaren“, sagt Gorzolla und gibt zu: „Viel von meiner Freizeit geht dafür drauf.“

Doch gerade als Ex-Spieler könne er die Sportverletzungen besser einschätzen: „Ich weiß welche Kräfte beim Profi-Hockey wirken. Die Bälle fliegen mit Tempo 120.“ Das erleichtere ihm die Diagnose.

Doch sein Job als Mannschaftsarzt ist für ihn vor allem ein Hobby. „Wir verbringen so viel Zeit miteinander, sind Freunde und sie vertrauen mir.“ Und auch von den Spielern wird er geschätzt: „Er opfert seine komplette Freizeit für uns“, sagt Mittelfeldspieler Nicholas Bachtadse.

Kommentare