Keine halben Sachen

Kraftdreikampf: 22-jährige Dreikämpferin will DM-Titel holen

+
Geballte Frauenpower: Monja Schubert trainiert bis zu viermal die Woche.

Schlank und drahtig: Monja Schubert erfüllt so gar nicht das gängige Bild einer Kraftdreikämpferin. Doch die Athletin des AV Groß-Zimmern zählt in ihrer Alters- und Gewichtsklasse zu den stärksten Frauen Deutschlands. Ihr nächstes Ziel: Den DM-Titel bei den Juniorinnen holen. Von Jens Dörr 

Groß-Zimmern – „Ich mache keine halben Sachen“, sagt Schubert, die schon im vergangenen Jahr nah dran war an der Goldmedaille. Im Juniorinnen-Limit bis 52 Kilogramm wurde sie Deutsche Vizemeisterin. Zudem gehört die Studentin dem Hessenkader an, will in diesem Jahr auch die Norm für die Aufnahme in den Frauen-Bundeskader knacken. „Landestrainer Mike Schollbach plant mein Training, mit ihm habe ich nochmals einen konkreten Ansprechpartner“, sagt die 22-Jährige. Tipps und Wissen in den Kraftdreikampf-Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben holt sich Schubert aber auch im eigenen Verein. „Beim AV Groß-Zimmern habe ich am meisten von Dirk Lyzwa und Fritz Mockenhaupt profitiert“, erzählt Schubert. Mit Olaf Nimmerfroh, 1992 Junioren-Weltmeister und ein Jahr später auch -Weltrekord-Halter, weiß sie den AVG-Vorsitzenden als weiteren Förderer hinter sich. „Monjas Vorteil ist, dass sie bei relativ leichtem Gewicht sehr stark ist“, sagt Nimmerfroh. „Manchmal frage ich mich, wie sie aus ihren dünnen Beinchen so viel Power holt.“

Energie, die erst im Dezember in neue persönliche Bestleistungen im Kniebeugen (102,5 Kilo) und Bankdrücken (52,5 Kilo) mündete. Im Kreuzheben steht Schuberts Rekord bei 125 Kilo. Womit sie in ihrer Alters- und Gewichtsklasse schon ganz weit oben steht, auch wenn Kraftdreikämpferinnen eher Exotinnen und die Wettkämpfe pro Klasse selten mit mehr als einer Handvoll Athletinnen besetzt sind. Was bei der angehenden Online-Kommunikatorin, die kürzlich ihren Bachelor-Abschluss am Dieburger Campus der Hochschule Darmstadt machte und nun in Mainz den Master folgen lässt, derweil bemerkenswert ist: Im Kraftdreikampf bewegt sie sich seit nicht mal einem Jahr. „Speziell betreibe ich das erst seit Mai 2017“, schaut sie zurück. Wobei sie vorher jahrelang Krafttraining im Fitnessstudio machte. „Dort wurde ich auch angesprochen, dass ich recht stark sei.“ Woraufhin die junge Frau „unter lauter Kerlen“ im wenig glamourösen, aber schweißtreibenden Kraftraum der Groß-Zimmerner Athletenhalle landete. „Ich war dort und habe sofort gemerkt: Das ist es!“, lässt die frühere Fußball- und Handballspielerin wenig Zweifel daran, ihre sportliche Liebe gefunden zu haben. In diesem Jahr also soll der DM-Titel her. Mitte des Jahres muss sich Schubert zunächst über die Hessenmeisterschaften für die nationalen Titelkämpfe qualifizieren. „Ob DM-Gold dann tatsächlich möglich ist, ist schwer abzuschätzen“, gibt sie im letzten Juniorinnenjahr und vor dem Wechsel in die Seniorinnen-Hauptklasse zu. Schließlich sei die Szene nicht so übersichtlich, dass man schon jetzt alle Favoritinnen ausmachen könne.

Für die AVG-Athletin spricht nicht nur, dass sie ihr Körpergewicht ohne großen Verzicht konstant hält, um unter dem 52-Kilo-Wettkampflimit zu bleiben. Groß-Zimmerns Vorsitzender Olaf Nimmerfroh beschreibt Schubert auch als sehr lernwillig und selbstkritisch. Was die Kraftdreikämpferin selbst unterstreicht: „Gerade die Technik kann man immer optimieren. Da bin ich noch im Lernprozess.“ Wichtig für sie sei: „Wenn ich mir vornehme, viermal pro Woche zu trainieren, dann tue ich das auch.“ Wie gesagt: „Keine halben Sachen!“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.