11-jähriger Kampfsportler hat große Ziele: 

Lars Dynamite will den Muay Thai WM-Titel

Seligenstadt –Lars Danielowski ist in seiner Gewichts- und Altersklasse schon ein Champion im Muay Thai. Dafür trainiert er hart: Im Kampfsportstudio Koi-Gym, daheim oder im Urlaub. Denn Muay Thai gibt ihm den besonderen „Kick“. Von Axel Grysczyk

Lars Danielowski ist Kämpfer. Sein Muay-Thai-Training ist alles für den Elfjährigen. Die Qualen bewältigt er mit einem Lächeln. Auch wenn er in einer Trainingseinheit mehr als 100 Liegestütze macht, über 200 Mal an einen Box-Sandsack tritt und dreimal hintereinander jeweils zehn Klimmzüge absolviert. Er liebt es, und er hat Talent.

Bei einem Schnupper-Training mit Muay-Thai-Spezialisten aus Thailand haben sie ihn sofort ausgemacht. Mit ihm würden sie auch im Mutterland des Kampfsports weiter trainieren. Sie haben sofort erkannt, dass der junge Seligenstädter alles mitbringt, um ein wahrer Kämpfer zu werden.

Zweimal Training in der Woche

Drei Jahre ist das her. Zuvor hatte der damals Achtjährige im Fernsehen Muay Thai gesehen. Da stand für ihn fest: Das will er auch können.

Seitdem fährt er zweimal die Woche nach Frankfurt und trainiert im Koi-Gym mit seinem Trainer Halit Altug. Vater Marc arbeitet im Schichtdienst und kann sich daher die zusätzlichen Fahrten gut einrichten. Wenn er nicht kann, springen Oma und Opa ein.

Der eifrige Trainierer: Kurze Einlage im Garten.

Und der Einsatz hat sich gelohnt. Lars wird in der Nähe von Ulm in seinem dritten offiziellen Kampf deutscher Meister. Er gewinnt eindeutig nach Punkten in der Gewichtsklasse bis 32,9 Kilogramm und in seiner Altersklasse. Verloren hat er noch nie. „Natürlich will ich weitermachen“, erzählt er und fügt hinzu: „Und irgendwann will ich auch Weltmeister werden.“

Täglich Sit-Ups und Liegestützen

Dafür trainiert er auch daheim: Macht täglich Sit-Ups und Liegestützen und geht bei den Sportfreunden Seligenstadt ins Ji-Jutsu-Training. Multitalent Lars hat aber immer noch Zeit Gitarre oder mit seinen zwei Geschwistern zu spielen.

Und auch wenn die Danielowskis in den Urlaub fahren, hat der Schüler seinen Sport eingeplant. Wie der Zufall es will, fährt die Familie nach Thailand. Vater Marc: „Dort darf Lars in diesem Jahr mit dem mehrfachen Weltmeister Buakaw trainieren. Bereits vor zwei Jahren hat er bei dem harten Training der dortigen Kampfschulen in unserem Thailand-Urlaub mitgemacht. Als alle anderen Kinder bereits erschöpft waren und aufgehört hatten, trainierte Lars noch weiter.“

Kicks machen besonders viel Spaß

Muay Thai ist eine Kampfkunst und der Nationalsport Thailands. Zahlreiche Regeln erlauben den Einsatz von Beinen, Fäusten und Ellbogen. Auch wenn die Kämpfer in Lars‘ Alter noch aufwändig geschützt werden. So trägt er einen Kopfschutz, einen Brustpanzer, einen Schien- und Ellebogenschoner sowie einen Tief- und Zahnschutz. Und Lars weiß, dass er einen Sport betreibt, den er im Ring ausübt und nicht auf dem Schulhof. „Ich war selten in eine Rauferei entwickelt. Meine Mitschüler wissen aber auch, dass ich ganz gut im Muay Thai bin“, sagt er.

Besonders Spaß machen ihm die sogenannten Kicks. Mit dieser Technik ist er in der Lage, mit dem Fuß seinen Gegner anzugreifen – auch auf Kopfhöhe. Und daher ist es für ihn auch kein Problem, in der Luft einen Spagat zu machen oder unaufgewärmt mal schnell in den Garten zu gehen und mit dem Fuß weit über Kopf zu attackieren. Lars will seinem Kampfnamen schließlich alle Ehre machen. Er nennt sich „Lars Dynamite“.

Rubriklistenbild: © Foto: agk

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