Kampfsport gegen Rückenleiden

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Esdo-Großmeister Thomas Draxler in Aktion.

Schaafheim – Thomas Draxler aus Schaafheim ist Großmeister im Esdo – eine Synthese aus Gesundheits- und Selbstverteidigungssport. Von Jens Dörr

„Ein wahrer Meister lernt nicht nur Dinge zu zerstören – er heilt auch.“ Diesen Satz eines Taekwondo-Lehrers in Japan hat sich der Schaafheimer Thomas Draxler bis heute eingeprägt. Mit der Kampfkunst Esdo lebt der 48-Jährige diesen Gedanken aus und gibt ihn an Menschen weiter.

Esdo bezeichnet Thomas Draxler als „eine Synthese von Gesundheits- und Selbstverteidigungssport“. Esdo schaffe die Verbindung von beidem und gelte als europäische Variante zu den asiatischen Kampfkünsten – der Sport wurde in der Bundesrepublik erfunden. An die Bekanntheit von Judo, Karate oder Jiu Jitsu reicht Esdo zwar nicht heran, mit 160 Sportlern – darunter 100 Kinder und Jugendliche – aber spricht Draxler in Schaafheim eine stattliche Zahl von Personen an.

Zehn Personen lernen bei ihm, der seit vergangenem Jahr einen Doktortitel in Gesundheitswissenschaften besitzt und zudem als Heilpraktiker und im Gesundheitsmanagement einer Unfallkasse arbeitet, eine weitere Kampfkunst: Chanbara, ein Schwertkampf, der die allgemeine Fitness, den Gleichgewichtssinn, die Schnelligkeit, die Beweglichkeit und die Ausdauer verbessert sowie Aggressionen abzubauen hilft.

Den Geist der alten Samurai transportiert der Schaafheimer also ebenfalls in die Neuzeit, doch damit wären die Umtriebe des Multitalents noch lange nicht beschrieben. Rund 20 Kampfkünste gibt er als Interessen an. Eines seiner persönlichen Ziele: Krankenkassen davon überzeugen, Kampfsportarten als Mittel der Gesundheitsvorsorge finanziell zu fördern.

Gesundheit und Selbstverteidigung

Denn immer wieder landen in seiner Praxis schon 14-, 15-Jährige, die etwa über Rückenschmerzen klagen. Diese Jugendlichen, die den Tag über fast ausschließlich Tätigkeiten im Sitzen ausüben, gelte es wieder zu bewegen. Immer eben unter dem Gesundheitsaspekt und nicht nur unter dem der Selbstverteidigung, wie der 48-Jährige hervorhebt.

Faszinierend in Draxlers Augen: Beim Esdo, wo er gerade den sechsten Schwarzgürtel abgelegt hat und sich seither Großmeister nennen darf, können auch vermeintliche Handicaps wie etwa ein Gehstock zur Hilfe bei der Selbstverteidigung werden. Draxler demonstriert aber auch den Einsatz eines Buches als Waffe. Fähigkeiten, die auch Älteren oder Frauen zugute kommen.

Trotz vieler Erfolge sei es ihm selbst nie um die Esdo-Titel gegangen, sagt Draxler. Bei der Europa-Meisterschaft 2012 in Russland verzichtet er voraussichtlich auf eine Teilnahme. Vor Ort mitfiebern wird er dennoch: In den Nachwuchsklassen treten seine Kinder Anna (13) und Tom (15) an.

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