Kampf dem Schweinehund und den Kilos

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„Schwere Jungs“: Hendrik Lohse (Zweiter von links) und Tobias Loy (Mitte) starten zusammen mit Pierre Dispensieri (nicht auf dem Foto) beim Römerman-Triathlon in Dieburg. Unterstützt werden sie von Organisator Sebastian Dehmer (links) sowie den Heilpraktikern Michael (rechts) sowie Frauke Meiser.

Dieburg – Sie sind nicht die Schlanksten: Hendrik Lohse (31 Jahre alt, 142 Kilo), Tobias Loy (37, 117) und Pierre Dispensieri (31, 144) darf man als „schwere Jungs“ bezeichnen. Am 1. Februar hatten alle drei sogar noch 15 Kilo mehr auf den Rippen. Seitdem aber schmelzen die Pfunde. Von Jens Dörr

Am Sonntag, 1. Juli, geht das Trio, das in Nieder- und Ober-Ramstadt wohnt, beim Römerman-Triathlon auf die Strecke. Eigennutz und guter Zweck lassen sich dabei verbinden, wie die drei Übergewichtigen, die allesamt in verschiedenen Funktionen für die Evangelische Kirche arbeiten, zeigen. „Wir vollführen eine Schwangerschaft rückwärts“, flachst Hendrik Lohse, der wie Tobias Loy zum Scherzen aufgelegt ist. Sie wissen, dass sie sich in der Vergangenheit etwas zu sehr gehen ließen, bedingt durch viel Stress im Job, ein wenig Veranlagung und einer „klassischen Karriere mit Jojo-Effekten“, wie es Loy umreißt. Nun gehe es ums „nachhaltige Abnehmen“, weswegen man nicht die 40 Tage Fastenzeit mit möglichst starker Gewichtsreduzierung in sehr kurzer Zeit gewählt habe, sondern eine Spanne von 40 Wochen.

Mehr Infos und Kontaktmöglichkeiten sind unter www.unser-speck-muss-weg.de zu finden. Alle Infos zum Römerman-Triathlon im Internet: www.1406team.de.

Am 1. Februar entschlossen sie sich: Der Speck muss weg. „Bei einem Frühstück mit Nutella-Brötchen“, so Lohse, der damals noch 157,8 Kilo auf die Waage brachte. Am 31. Oktober endet die Abnehmzeit, bis dato sollen noch weitere Kilos purzeln.

Der Römerman ist eine wichtige Zwischenstation. Sebastian Dehmer, zusammen mit David Thomas der Kopf des erstmals in Dieburg stattfindenden Triathlons, betont: „Wir haben uns mit dem Römerman so aufgestellt, dass diesen Triathlon wirklich jeder schaffen kann.“ Das reifte auch im recht breit gebauten Lauf-Trio, das zunächst die 400 Meter schwimmen, die 18 Kilometer Rad fahren und die vier Kilometer laufen untereinander aufteilen wollte. Nun bewältigt jeder statt nur einer Disziplin alle drei. Außer Konkurrenz und unter fachmännischer Anleitung der Heilpraktiker Frauke und Michael Meiser aus Mühltal wollen Lohse, Loy und Dispensieri „finishen“.

Die bisher eher in geringem Umfang sportlich Tätigen wissen dabei trotz aller Euphorie: Ganz unbeeindruckt von den Pfunden werden Knochen, Sehnen und Gelenke natürlich nicht reagieren. Entsprechend trainieren sie langsam, aber kontinuierlich. „Man muss die Laufstrecke auch nicht rennen, sondern kann sie gehen“, meint Dehmer und ermuntert auch das Trio, das im Sinne der Gesundheit so zu tun.

Wenn aus den „schweren Jungs“ leichtere geworden sind, freut das zwar zunächst sie selber. Den guten Zweck erfüllen die Strapazen, die in eine langfristige Gewichtsreduzierung münden sollen, aber auch: Bereits 62 Spender haben die drei Männer gefunden, die pro verlorenem Kilo einen Euro geben wollen. Abgerechnet wird am 31. Oktober. 50 Prozent der Einnahmen gehen an die Darmstädter Kinderklinik, je 25 Prozent an die Landeskirchliche Gemeinde Darmstadt und an das Evangelische Jugendwerk Darmstadt.

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